Nachjustierung bei Sonnenuntergang
Drosseln stellen ihren inneren Kompass immer wieder neu ein
Bei Nacht reisende Zugvögel stellen ihren inneren Kompass an der untergehenden Sonne immer wieder neu ein. Das hat ein amerikanisch-deutsches Forscherteam bei Drosseln beobachtet. Ihre Experimente schildern die Biologen in der Fachzeitschrift Science (Bd. 304, S. 405).
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Zugvögel nutzen in der Nacht unter anderem die Sterne und das Erdmagnetfeld für ihre Orientierung. William Cochran vom Illinois Natural History Survey in Champaign und seine Kollegen untersuchten das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Orientierungshilfen. Sie verfolgten wildlebende Zwerg- und Grauwangen-Drosseln bei deren Reise durch den mittleren Westen der USA über bis zu 1.100 Kilometer.
Während der Abenddämmerung, kurz vor dem Abflug der Vögel, setzten die Biologen die Tiere einem verdrehten, künstlichen Erdmagnetfeld aus. Dadurch starteten die meisten Drosseln nicht nach Norden, sondern nach Westen und behielten den falschen Kurs die ganze Nacht bei. Doch in der folgenden Nacht korrigierten die Vögel ihren Kurs und flogen wieder nach Norden. Die Forscher vermuten daher, dass die Drosseln jeden Abend während der Dämmerung ihren inneren Kompass anhand des Sonnenuntergangs neu einstellen.
Die Richtung des Erdmagnetfeldes entspricht nicht überall völlig akkurat der Nord-Süd-Achse. Es gibt Verschiebungen, die vor allem in den nördlichen Brutgebieten der Vögel recht groß sein können. Mit der Strategie, den inneren Kompass jeden Abend mit der Sonne abzugleichen, heben die Vögel diese Effekte auf.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















