Plastik wie Sand am Meer
Zerriebener Kunststoff sammelt sich am Strand und auf dem Meeresgrund
Der Sand auf dem Meeresgrund und an den Stränden besteht längst nicht mehr nur aus zerriebenen Muscheln und Sandkörnern, sondern auch aus Kunststoffpartikeln. Das haben britische Wissenschaftler entdeckt, als sie Bodenproben von verschiedenen Stränden, aus Flussmündungen und Gezeitenzonen unter dem Mikroskop untersuchten. Die winzigen Fragmente, die zum Teil kugelförmig und zum Teil faserartig waren, seien wahrscheinlich durch die mechanische Zerstörung größerer Kunststoffteile im Lauf der Zeit entstanden, schreiben die Forscher um Richard Thompson von der Universität Plymouth in der Fachzeitschrift Science (Bd. 304, S. 838).
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Bei der Analyse ihrer Proben fanden die Wissenschaftler Polyacrylfasern, Reste von unter anderem in Lacken verwendeten Alkydharzen, Nylon, Polyester, Polyethylen- und Polypropylenreste sowie Polyvinylverbindungen. Diese Kunststoffe werden beispielsweise für Verpackungen, Kleidung und Seile, aber auch in der Industrie verwendet. Obwohl der größte Teil dieser Werkstoffe nicht biologisch abgebaut wird, können größere Kunststoffteile im Lauf der Zeit durch mechanische Einwirkungen zu kleineren Bruchstücken zerrieben werden. Für einige Anwendungen werden Kunststoffe auch mit Naturstoffen wie beispielsweise Stärke vermischt, die sich im Lauf der Zeit zersetzen. Dabei bleiben die kleinen, nicht biologisch abbaubaren Kunststofffragmente übrig.
Die Forscher fanden solche Kunststofffragmente bereits in Plankton-Proben aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Seitdem sei der Kunststoffanteil im Sediment deutlich angestiegen, schreiben die Wissenschaftler, wobei sie bislang nur den Teil des Kunststoffs erfassten, der sich im Aussehen von den anderen Bestandteilen der Proben unterschied. Die eigentliche Kunststoffbelastung sei daher wahrscheinlich ungleich höher. Welchen Einfluss die Kunststofffragmente auf die Umwelt und das Ökosystem Meer haben, können die Forscher noch nicht sagen. Erste Versuche mit Flohkrebsen, Wattwürmern und Seepocken zeigen, dass die Tiere die mikroskopisch kleinen Körnchen und Fasern mit der Nahrung aufnehmen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















