Leukämiebehandlung ohne Chemotherapie
Vitamin A-Derivat kann in seltenen Fällen eine Alternative sein
Ein biologischer Wirkstoff könnte bei einer seltenen Form von Leukämie eine Alternative zur Chemotherapie sein. Das Medikament eröffnet etwa einem Drittel der Patienten die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum ohne die Krankheit zu leben, ergab eine Studie amerikanischer Forscher. Über die Ergebnisse berichteten Apostolia Maria Tsimberidou vom M.D.-Anderson-Krebs-Zentrum der Universität von Texas in Houston und ihre Kollegen auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie in New Orleans.
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Mit dem Mittel namens Lipo-ATRA wird eine Form von Vitamin A in Fettbläschen eingeschlossen verabreicht. Das Vitamin A-Derivat ATRA hilft gegen die so genannte akute Promyelozytenleukämie. Bei dieser bösartigen Veränderung des Knochenmarks werden übermäßig unreife Zellen produziert. ATRA hilft, die Zellen reifen zu lassen. Bei gängigen Therapien wird ATRA in Tablettenform in Kombination mit einer Chemotherapie gegeben. Doch auf diesem Weg nimmt der Körper nur wenig von dem Vitamin-A-Derivat auf. Gemeinsam mit dem Fett gespritzt bleibt der biologische Wirkstoff jedoch länger im Gewebe und kann seine Wirkung effektiver entfalten, fanden die Forscher heraus.
Insgesamt 34 Patienten erhielten Lipo-ATRA über einen Zeitraum von drei Monaten. Danach bekamen sie das Medikament weiterhin ohne eine Chemotherapie, so lange ihr Knochenmark keine charakteristischen Anzeichen von Leukämie zeigte. Bei zehn der Probanden ließen die typischen Krankheitszeichen im Schnitt für fünf Jahre nach, obwohl sie keine Chemotherapie erhalten hatten.
Das sei das erste Mal, dass Patienten mit einer akuten Leukämie ohne eine Chemotherapie erfolgreich behandelt und möglicherweise sogar geheilt wurden, sagt Elihu Estey, der Leiter der Studie. Die Ergebnisse könnten auch den Anstoß liefern, ähnliche Wirkstoffe gegen andere Formen der Leukämie zu entwickeln.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















