Typisch Mann: Vogelvater bringt auch dann Futter, wenn es keiner braucht
Sturmtauchermännchen hören nicht auf die Bedürfnisse ihres Nachwuchses
Männliche Sturmtaucher achten nicht auf den tatsächlichen Futterbedarf ihres Nachwuchses und bringen deshalb laufend neue Nahrung. Die Vogelmännchen stellen sich gegenüber dem Geschrei ihrer Jungen taub und schaffen deshalb viel mehr Futter zum Nest als Sturmtaucherweibchen, entdeckten britische Wissenschaftler. Das berichtet die Universität von Leeds in ihrem aktuellen Newsletter The Reporter (Ausgabe 7. Juni 2004).
ANZEIGE
Viele Vögel gehen lebenslängliche Partnerschaften ein und ziehen bis ans Ende ihres Lebens gemeinsam den Nachwuchs groß. Bei einigen Spezies bringt dabei das Männchen mehr Nahrung für den Nachwuchs nach Hause als das Weibchen – meistens weil das Männchen größer und stärker ist, und so mehr Lasten im Schnabel transportieren kann. Bei den Sturmtauchern sind beide Geschlechter jedoch von gleicher Statur. Warum die Vogelväter dennoch mehr Fisch für das Junge mitbringen, war bisher nicht bekannt.
Keith Hamer und sein Team fanden nun heraus, dass die männlichen Wasservögel im Gegensatz zu ihren Partnerinnen gar nicht auf das Geschrei der Jungvögel reagieren. Ganz gleich, ob das Küken vor Hunger quengelt oder satt und zufrieden in einer Ecke des Nestes döst – der Vogelvater bringt pünktlich im Abstand weniger Stunden Futternachschub nach Hause. Die Vogelmütter sind in dieser Hinsicht wesentlich aufmerksamer: Sie machen sich nur dann auf den Weg, wenn sie merken, dass der Jungvogel wieder hungrig ist.
ddp/bdw – Kathrin Lengfellner

















