Singvögel hören absolut gut
Die Tiere können Tonhöhen extrem gut erkennen
Singvögel haben ein besseres Ohr für Töne als Menschen oder Ratten. Besonders das so genannte absolute Gehör, also die Fähigkeit, die Tonhöhe einzelner Töne genau zu bestimmen, ist bei Vögeln viel besser entwickelt. Das entdeckten kanadische Forscher, als sie das Gehör von verschiedenen Singvogelarten mit dem von Menschen und Ratten verglichen. Die Forscher um Christopher Sturdy von der Universität von Alberta stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift Behavioural Processes vor (Ausg. 66, S. 289).
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Sturdy und seine Kollegen testeten Zebrafinken, Weißkehlammern und Wellensittiche ebenso wie Menschen und Ratten darauf, wie gut sie Töne bestimmten Tonlagen zuzuordnen konnten. Alle Singvögel konnten bei den Tests einzelne Töne gut erkennen, klassifizieren und sich auch an sie erinnern. Menschlichen Versuchsteilnehmern hingegen gelang es nur schwer, einzelne Töne Tonlagen zuzuordnen, ohne zuvor einen anderen Ton zum Vergleich gehört zu haben. Die Ratten schnitten bei diesem Test am schlechtesten ab.
Spielten die Psychologen ihren menschlichen Probanden zunächst einen ersten Ton zum Vergleich vor und fragten sie dann nach der Tonhöhe eines zweiten Tones, war die Trefferquote bei den Menschen zwar höher, blieb aber immer noch hinter der Leistung des Vogelgehörs zurück. Auch hier waren die Resultate der Ratten schlechter als die aller anderen Teilnehmer.
Die Gesellschaft ihrer Artgenossen scheint eine Rolle bei der Gehörbildung der Vögel zu spielen, da isoliert aufgewachsene Vögel bei den Tests etwas schlechter abschnitten. Es sei jedoch noch zu früh, Aussagen über die Ursachen des unterschiedliche Hörvermögen von Vögeln und Säugetieren zu machen, so die Wissenschaftler. Dennoch liege der Grund wohl nicht in einer speziellen Eigenheit des menschlichen Körpers, da ja die Ratten ebenfalls ein schlechtes absolutes Gehör bewiesen hätten.
ddp/bdw - Benjamin Eckenfels

















