Schizophrene Folgen einer Schwangerschaftsgrippe
Virusinfektion in der ersten Schwangerschaftshälfte hebt das Schizophrenierisiko für den Nachwuchs
Eine Virusgrippe in der ersten Schwangerschaftshälfte erhöht die Wahrscheinlichkeit für den Nachwuchs, im späteren Leben an Schizophrenie zu erkranken. Darauf deuten die Ergebnisse einer amerikanischen Langzeitstudie hin. Ihre Untersuchungen schildern Alan Brown von der Columbia-Universität in New York und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry" (Bd. 61, S. 774).
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Die Forscher überprüften archivierte Blutproben von Schwangeren, die in den spätern fünfziger und frühen sechziger Jahren an einer umfangreichen Studie teilgenommen hatten. Brown und seine Kollegen untersuchten die Proben von 64 Schwangeren, deren Kinder später Schizophrenie entwickelt hatten, auf Antikörper gegen Grippeerreger. Als Vergleich analysierten sie das Blut von 125 Schwangeren, deren Nachwuchs nicht unter dieser Krankheit litt.
Das Schizophrenierisiko für den Nachwuchs stieg um das Dreifache an, wenn die Frauen in der ersten Schwangerschaftshälfte an einer Virusgrippe erkrankt waren, fanden die Wissenschaftler heraus. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft wirkte sich die Grippe jedoch nicht auf die spätere Gesundheit der Kinder aus.
Die genauen Mechanismen hinter dem Zusammenhang kennen die Forscher bislang nicht. Da Grippeviren die Plazenta jedoch kaum überschreiten und damit das Kind nicht direkt erreichen können, vermuten sie, dass komplexe indirekte Effekte auf das Hirn des Ungeborenen wirken. Zum Beispiel könnten von der Mutter gebildete Abwehrstoffe oder eingenommene Medikamente die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff

















