Vielsagender Zungenschlag
Nicht nur Menschen, auch Papageien brauchen die Zunge zum Sprechen
Auch bei Papageien sorgt die Zunge für den richtigen Ton: Die Vögel variieren ihre komplexen Laute durch kleinste Veränderungen der Zungenposition. Das haben Wissenschaftler um Gabriel Beckers von der Universität von Indiana in Bloomington entdeckt. Über ihre Untersuchungen berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Current Biology (Bd 14, S. 1592).
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Das Stimmorgan der Vögel ist die Syrinx. Dabei handelt sich es um den aus Luftröhre und Bronchien gebildeten unteren Kehlkopf der Tiere. Um die Bedeutung der Zunge bei der Bildung einzelner Laute zu untersuchen, ersetzten die Wissenschaftler bei toten Mönchssittichen (Myiopsitta monachus) die Syrinx durch einen Breitbandlautsprecher. Bereits durch Positionsänderungen der Zunge von weniger als einem Millimeter konnten die Forscher die konstanten Töne der Lautsprecher stark variieren.
"Die so erzeugten Variationen sind größer als der Unterschied zwischen einem A und einem O in der menschlichen Sprache", erläutert Beckers die Ergebnisse. Schon früher vermuteten Ornithologen, dass die Bewegungen der Zunge nicht nur beim Menschen, sondern auch bei einigen Vogelarten die akustischen Eigenschaften der Lautäußerungen beeinflussen. Besonders die ausgeprägte Zunge bei Papageien und deren Fähigkeit, auch komplexere Wörter und Sätze wiedergeben zu können, gab Grund für diese Annahme.
Die Wissenschaftler glauben auch, bei Papageien zum ersten Mal vier verschiedene so genannte Formanten identifiziert zu haben. Diese charakteristischen Frequenzbereiche im Klangbild gibt es auch in der menschlichen Sprache. Sie entsprechen den Stimmmustern, die von Individuum zu Individuum stark differieren und als spezifisches Unterscheidungsmerkmal ähnlich einem Fingerabdruck dienen können.
ddp/bdw – Dirk Gilson

















