Bewegte Töne
Eine spezialisierte Hirnregion ist für die Verfolgung bewegter Klangquellen zuständig
Die Bewegung einer Geräuschquelle wird von einer ganz speziellen Hirnregion wahrgenommen. Diese Region unterscheidet sich von dem Bereich im Gehirn, der zur Bestimmung der exakten Position der Klangquelle beiträgt. Das ergaben Untersuchungen einer Forschergruppe um Christine Ducommun von der Universität Genf. Die Forscher berichten über ihre Ergebnisse im Fachmagazin Neuron (Bd. 43, S. 765).
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In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler eine Epilepsiepatientin, die am Gehirn operiert werden sollte. Über einen Kopfhörer wurden der Patientin verschiedene Geräusche vorgespielt und dabei Richtungsänderungen simuliert. Die Patientin hatte zunächst keinerlei Schwierigkeiten, die Art der Geräusche und die Richtung, aus der sie kamen, zu definieren. Auch das Verarbeiten der Richtungsverschiebungen funktionierte problemlos.
Als die Forscher jedoch mithilfe von Elektroden die Funktion des so genannten rechten vorderen Gyrus temporalis superior (STG) störten, konnte die Patientin diese Veränderungen nicht mehr wahrnehmen. Die Position einer ruhenden Klangquelle konnte sie jedoch nach wie vor bestimmen. Für das visuelle System haben Hirnforscher bereits gezeigt, dass Positionsbestimmungen und Bewegungsverarbeitungen in verschieden Arealen des Gehirns stattfinden. Die Ergebnisse von Ducommun und ihren Kollegen deuten darauf hin, dass dies auch im auditiven System der Fall ist.
ddp/bdw – Dirk Gilson

















