Was Römerinnen in ihren Töpfchen und Tiegeln hatten
Forscher klären Zusammensetzung römischer Schminke
Die römische Dame von Welt benutzte eine Gesichtscreme aus Tierfett und Stärke, der Zinnoxid als weißes Pigment beigemischt war. Das zeigt die Analyse des Inhalts einer kleinen Zinndose, die bei Ausgrabungen eines römischen Tempels in London gefunden wurde. Der Behälter inklusive Deckel war dabei so gut erhalten, dass britische Chemiker die genaue Zusammensetzung der enthaltenen Creme bestimmen konnten. Die Wissenschaftler um Richard Evershed von der Universität Bristol stellten sogar eine Kopie der Original-Creme her. Über ihre Arbeit berichten sie in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 432, 4. November, S. 35).
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Die weiße Creme stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und bestand zu etwa 40 Prozent aus Fett, zu 40 Prozent aus Stärke und zu knapp 20 Prozent aus Zinnoxid. Das Fett stammte dabei vermutlich aus dem Fettgewebe von Schafen oder Rindern. Die Zusammensetzung der Fettbestandteile deutet darauf hin, dass es erhitzt wurde, bevor es in die Creme gegeben wurde – wahrscheinlich mit dem Ziel, es zu bleichen. Die Stärke wurde mit großer Wahrscheinlichkeit aus Wurzeln oder Getreide gewonnen, und das Zinnoxid konnte leicht durch Erhitzen von reinem Zinn an der Luft hergestellt werden. Hinweise auf eine Parfümierung oder einen Zusatz von Gelatine fanden die Forscher nicht.
Die Creme hatte eine angenehme Beschaffenheit beim Auftragen auf die Haut, schreiben die Wissenschaftler. Der anfänglich etwas fettige Eindruck, der durch das schmelzende Tierfett verursacht wurde, gibt sich nach kurzer Zeit und weicht einem gefälligen pudrigen Gefühl, ergaben die Tests. Auch heute noch enthalten Kosmetika Stärke, um einen solchen Effekt zu erzielen. Das Zinnoxid sollte wahrscheinlich den Teint der Trägerin dem gängigen Schönheitsideal entsprechend aufhellen, vermuten die Forscher. Wahrscheinlich sei die Creme wegen ihrer hohen Deckkraft als Grundierung verwendet worden.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















