Die Zeit oder eine Schwangerschaft heilt alle Wunden
Ungeborene Kinder helfen Müttern beim Heilen von Hautverletzungen
Eine Schwangerschaft lässt – zumindest bei Mäusen – Wunden schneller heilen: Zellen des Ungeborenen unterstützen Wundheilungsprozesse bei der Mutter, haben amerikanische Forscher entdeckt. Die kindliche Hilfestellung hört dabei nicht mit der Geburt auf, sondern ist auch noch drei Wochen später nachzuweisen. Über die Arbeit von Diana Bianchi von der Tufts-Universität in Boston und ihrem Team berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausg. vom 6. November, S. 14).
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Beim Menschen befinden sich auch noch Jahre nach einer Geburt Zellen des Embryos im mütterlichen Blutkreislauf und Knochenmark. Welche Funktion sie dort haben, ist bislang noch unklar. Wie Bianchi und ihre Kollegen bereits in einer früheren Arbeit zeigten, können sich die kindlichen Zellen jedoch in verschiedene spezialisierte Zellen in Schilddrüsen-, Darm-, Gebärmutterhals- und Gallenblasengewebe verwandeln.
Möglicherweise spielen sie auch bei der Wundheilung eine Rolle, zeigen jetzt die neuen Ergebnisse. Die Wissenschaftler hatten normale Mäuse mit genetisch veränderten Männchen gepaart, deren Zellen beim Anschalten eines Gens namens VEGFR2 zu leuchten begannen. Dieses Gen wird aktiviert, wenn beispielsweise bei der Wundheilung oder auch bei Wachstumsvorgängen neue Blutgefäße gebildet werden.
Zu Beginn der Schwangerschaft leuchtete in den Mäusemüttern ausschließlich die Plazenta, berichtet der New Scientist. Wurden den Müttern jedoch kleine Verletzungen der Haut zugefügt, erschienen die leuchtenden Zellen auch in den Wunden. Bianchi betrachtet diese Hilfestellung als eine Art Wiedergutmachung für die Strapazen der Schwangerschaft. "Schließlich hat der Fötus ja ein großes Interesse daran, die Mutter gesund zu erhalten." Wie wichtig die Rolle der kindlichen Zellen bei der Wundheilung ist und welchen Anteil sie insgesamt daran haben, können die Forscher bislang jedoch noch nicht sagen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















