Sturmwarnung auf Uranus
Keck-Teleskop zeigt: Hurrikan-ähnliche Wetterphänomene ziehen über die Oberfläche des Planeten
Auf dem Planeten Uranus ist das Wetter oft stürmisch: Wirbelstürme halten sich zum Teil viele Monate lang. Das haben Bilder des Keck-Teleskops auf Hawaii gezeigt, die den bislang besten Einblick in das rätselhafte Wettergeschehen auf dem Nachbarplaneten des Saturn geben. Lawrence Sromovsky und Patrick Fry von der Universität von Wisconsin in Madison berichteten über ihre Beobachtungen auf einer Konferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Astronomie in Louisville.
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In der nördlichen Hemisphäre des Planeten entdeckten die Wissenschaftler eine rund 29.000 Kilometer lange Wolkenformation. Sie war die größte ihrer Art, die auf Uranus je beobachtet wurde, hatte sich aber nach einem Monat wieder komplett aufgelöst. Langlebiger hingegen ist ein großer Sturm in der südlichen Hemisphäre, erklärt Sromovsky. Seit mehreren Jahren bewegt er sich über fünf Breitengrade hinweg auf und ab. Eine Erklärung für dieses Phänomen haben die Wissenschaftler allerdings noch nicht.
Die beobachteten, gigantischen Hurrikans ähnelnden Wirbelstürme auf Uranus sind wahrscheinlich nicht so heftig wie die Stürme auf der Erde, erklärt Sromovsky. Da Uranus 19-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, haben sie daher auch sehr viel weniger Sonnenenergie zur Verfügung. Auch sind die Temperaturunterschiede viel geringer und können so das Wetter auf dem Planeten nicht so stark prägen. Die Stürme treffen daher in der Atmosphäre auf weniger Widerstand, als es auf der Erde der Fall ist.
Das Wetter auf Uranus gibt Forschern schon seit langem Rätsel auf. Die Bilder, die das Keck-Teleskop jetzt lieferte, sollen einige der atmosphärischen Besonderheiten des Planeten entschlüsseln helfen, hoffen die Forscher. Das Teleskop hat ein besonders anpassungsfähiges optisches System, das atmosphärische Effekte erkennen und korrigieren kann. Es verschaffte so den Forschern das erste Mal eine ungetrübte Sicht in die Atmosphäre des Planeten.
ddp/bdw – Eva Hörschgen


















