Bei Flugsauriern glich kein Ei dem anderen
Es gab sowohl Eier mit harter als auch mit weicher Schale, zeigen zwei Fossilfunde
Die Funde von zwei sehr verschiedenen fossilen Pterosaurier-Eiern deuten auf eine größere Vielfalt bei den fliegenden Reptilien hin als bisher angenommen. Eines der fossilen Eier hatte eine harte Schale, ähnlich den Eierschalen von Vögeln und Dinosauriern. Das andere Ei ähnelte heutigen Reptilieneiern und hatte eine weiche, ledrige Schale. Über die beiden Fossilien berichten die Teams um Luis Chiappe vom Naturgeschichtlichen Museum in Los Angeles und Qiang Li von der Universität in Nanjing im Fachmagazin Nature (Bd. 432, 2. Dezember, S. 571 und S. 572).
ANZEIGE
Flugsaurier waren Reptilien und sowohl mit Dinosauriern als auch mit Vögeln entfernt verwandt. Über ihre Bruttechniken und die embryonale Entwicklung ist noch sehr wenig bekannt. So wussten Paläontologen bis zum ersten Fund eines Pterosaurier-Eis Anfang dieses Jahres nicht einmal, ob die Reptilien überhaupt Eier legten oder lebendgebärend waren. Die Funde der beiden fossilen Eier weisen jetzt jedoch darauf hin, dass es innerhalb der Gruppe der Flugsaurier eine große Vielfalt gab.
Einer der neuentdeckten Flugsaurier-Embryonen wurde in Argentinien gefunden und ist etwa 100 Millionen Jahre alt. Die fossilen Überreste lagen in einer ovalen Form von rund 22 mal 60 Millimeter, so Chiappe. Es handelt sich daher wahrscheinlich um einen ungeschlüpften Flugsaurier in einem Ei. Die Schale war sehr dünn, bestand aus einer Kalkschicht und ähnelt damit den Eiern von Dinosauriern und Vögeln. Das andere fossile Ei ist 121 Millionen Jahre alt und stammt aus China. Es war rund 36 mal 64 Millimeter groß und hatte ebenfalls eine sehr dünne Schale. Diese war jedoch nicht hart und kalkhaltig, sondern eher weich und ledrig, schreiben Ji und seine Kollegen. Damit sei es den Eiern von Krokodilen, Schildkröten und vielen Brückenechsen sehr ähnlich.
ddp/bdw - Eva Hörschgen

















