Ein ganzer Kerl dank PEG
Flüssiges Polymer schützt Hunde nach Wirbelsäulenverletzungen vor Lähmungen
Mit einem flüssigen Kunststoff haben amerikanische Tierärzte verletzte Hunde erfolgreich vor einer Querschnittslähmung bewahrt. Innerhalb von 72 Stunden nach der Verletzung injiziert, schützt das Polymer die Nervenzellen davor, irreparablen Schaden zu nehmen. Durch diesen Schutz können sich die Neuronen selbst heilen, wodurch bei den meisten Tieren eine permanente Lähmung verhindert wird. Die Hunde erholten sich deutlich besser als nach einer einfachen Standardbehandlung, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Neurotrauma (Bd. 21, S. 1767).
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Richard Borgens von der Purdue-Universität in West Lafayette und seine Kollegen behandelten 19 Hunde im Alter von zwei bis acht Jahren, die aufgrund von Wirbelsäulenverletzungen querschnittsgelähmt waren, mit dem flüssigen Polymer Polyethylenglykol, kurz PEG. Zusätzlich zu einer Standardbehandlung, die zum Beispiel Injektionen mit Steroiden, Physiotherapie und die operative Entfernung von Knochensplittern in der Wirbelsäulengegend beinhaltete, injizierten die Ärzte den Tieren eine Lösung mit PEG innerhalb von 72 Stunden nach der Verletzung. Als Vergleich zogen sie historische Fälle von 24 Hunden heran, deren Daten denen der mit PEG behandelten Hunden ähnelten.
Wie sich der Zustand der Hunde besserte, beurteilten Borgens und seine Kollegen anhand von Kriterien wie etwa dem Bewegungsbedürfnis, der Schmerzwahrnehmung und der Weiterleitung von Nervenimpulsen. Im Vergleich zu den Hunden, die eine Standardbehandlung erhalten hatten, erholten sich die, denen die Forscher den Kunststoff verabreicht hatten, erstaunlich schnell. "Mehr als die Hälfte konnte zwei Wochen nach der Behandlung wieder stehen oder gehen", sagt Borgens. "Bei den meisten waren bereits nach drei bis fünf Tagen Zeichen der Besserung zu bemerken." Knapp 75 Prozent konnten wieder ein völlig normales Leben führen.
Wie PEG genau auf die Nervenzellen wirkt, wissen die Forscher noch nicht. Sie vermuten, dass die zähe Flüssigkeit das Wasser festhält, das ansonsten in die verletzen Zellen eindringt, sie aufbläht und damit die Zellmembran schwächt. Bis das Mittel auch Menschen verabreicht werden kann, sind noch einige Forschungen nötig. Allerdings ist das Polymer bereits in Medikamenten enthalten und gilt als vollkommen sicher, was den Einsatz in klinischen Studien vereinfacht.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff

















