Mehr MS im Mai?
Studie: Geburtsmonat beeinflusst Anfälligkeit für Multiple Sklerose
Der Geburtsmonat hat Einfluss auf das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken: Wer in der nördlichen Hemisphäre lebt und im Mai geboren ist, hat ein 13 Prozent höheres Krankheitsrisiko als ein im November Geborener. Das fanden Christen Willer von der Universität von Michigan in Ann Arbor und seine Kollegen heraus. Die Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachmagazin British Medical Journal (Online-Vorabveröffentlichung vom 6. Dezember).
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Die Forscher untersuchten rund 30.000 britische und kanadische Patienten mit MS. Neben dem Geburtsdatum erfassten die Wissenschaftler auch Daten über den demografischen, medizinischen und familiären Hintergrund der Patienten. Diese Daten verglichen sie mit denen von gesunden Vergleichspersonen und Geschwistern der Patienten. Sowohl in Kanada als auch in Großbritannien hatten weniger MS-Patienten im November Geburtstag, während zumindest in Großbritannien eine Häufung von Patienten mit dem Geburtsmonat Mai auftrat.
Diesen Trend konnten die Forscher mithilfe von Daten aus Dänemark und Schweden bestätigen. Gegenüber dem Durchschnitt hatten 9,1 Prozent mehr Menschen mit MS im Mai Geburtstag, im November waren es hingegen 8,5 Prozent weniger. Das bedeutet für Menschen, die im Mai geboren sind, ein erhöhtes Risiko für die chronische Nervenkrankheit. Im November Geborene sind hingegen weniger gefährdet. Dieser Effekt war in Schottland besonders ausgeprägt, wo besonders viele MS-Fälle auftreten.
Noch kennen die Forscher den Grund für diese unterschiedlichen Risiken nicht. Studien zeigen, dass die durch Sonne und Jahreszeiten bestimmte Vitamin D-Versorgung in der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Gehirnentwicklung der Ungeborenen hat. Vor und kurz nach der Geburt haben Umweltfaktoren einen Einfluss auf die Entwicklung von Gehirn oder Immunsystem und beeinflussen so das Risiko für spätere Erkrankungen, vermuten die Wissenschaftler.
ddp/bdw – Anke Biester

















