Düstere Aussichten für Vögel
Wissenschaftler sagen das Aussterben vieler Arten voraus
Im Jahr 2100 werden ungefähr 10 Prozent aller Vogelarten ausgestorben und weitere 15 Prozent vom Aussterben bedroht sein. Das sagen Wissenschaftler um Cagan Sekercioglu von der Universität in Stanford nach einer akribischen Analyse von Daten bereits ausgestorbener und noch lebender Vogelarten voraus. Dieser dramatische Verlust wird die Ökosysteme weltweit stören und kann die Verbreitung von Seuchen fördern, schreiben die Forscher im Fachmagazin PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1073/pnas.0408049101).
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Die Wissenschaftler analysierten fast 10.000 lebende und 130 ausgestorbene Vogelarten. Dabei erfassten sie deren Verbreitung, ihre ökologische Funktion und ihren Lebensweg. Mit einem Computerprogramm spielten die Forscher dann verschiedene Zukunftsszenarien durch. Als gefährdende Faktoren erwiesen sich unter anderem die Zerstörung des Lebensraums, die Konkurrenz durch eingeführte Arten, Krankheiten und die Aufsplitterung der Arten. Besonders vom Aussterben betroffen sind Vogelarten, die nur Früchte, Nektar, Fische oder Aas fressen. Einige dieser Gruppen werden fast die Hälfte ihrer Arten verlieren. Nicht so stark betroffen sind hingegen insektenfressende Vogelarten.
Je spezialisierter die Art ist, desto eher wird sie in Zukunft aussterben, ist eine der Kernaussagen der Studie. Auch die Anzahl der Individuen pro Art wird weiter abnehmen, schreiben die Wissenschaftler. Schon heute haben 78 Prozent der weltweit bedrohten Vogelarten kontinuierlich schrumpfende Bestände. Diese Abnahme wird jedoch nicht dadurch ausgeglichen, dass die Zahl der Vögel bei anderen Arten zunimmt.
Mit dem Aussterben diverser Vogelarten werden sich auch die Ökosysteme verändern. Fehlen den Pflanzen die Vögel, die sie befruchten und ihre Samen verbreiten, werden auch sie aussterben. Auch können die Vögel ihre Rolle als Schädlingsvertilger und Aasfresser nicht mehr wahrnehmen. Diese Aufgabe werden dann zunehmend Ratten und wilde Hunde übernehmen, die jedoch häufigen Kontakt mit Menschen haben. Seuchen wie die Beulenpest und Tollwut können sich dann wieder schnell verbreiten, befürchten die Forscher.
ddp/bdw – Anke Biester

















