Harmonielehre ist nichts für Affen
Im Gegensatz zum Menschen bevorzugen die Tiere angenehme Klänge nicht vor dissonanten
Tamarinenaffen stören sich nicht an Dissonanzen in der Musik. Ihnen ist es gleich, ob sie wohlklingende Töne oder sich reibende Harmonien hören. Selbst Geräusche, die dem Kratzen von Fingernägeln über eine Tafel entsprechen, lassen sie kalt, fanden Josh McDermott vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und sein Kollege Marc Hauser von der Harvard-Universität in Cambridge heraus. Dabei können Makaken und Singvögel durchaus wohlklingende Musik von dissonanter unterscheiden, wie frühere Studien zeigen. Die Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachmagazin Cognition (Ausg. 94, Nr. 2, S. B11).
ANZEIGE
Die Forscher setzten die Affen in eine V-förmige Kammer und spielten jeweils an den Enden der Kammer unterschiedliche Geräusche ab. Je nachdem, welche der beiden Seiten die Affen aufsuchten, entsprachen die abgespielten Töne eher ihrem Wohlempfinden. Dabei bevorzugten die Affen in Vorversuchen zwar ein leises weißes Rauschen gegenüber lauterem und Fresslaute gegenüber Hilferufen. Doch zwischen konsonanten und dissonanten Tönen machten sie keinen Unterschied.
Bei für das menschliche Ohr wohlklingenden Klängen stehen die Frequenzen der einzelnen Töne in einem harmonischen Verhältnis zueinander. Harmonieren die Frequenzen nicht, entsteht ein für das menschliche Ohr unangenehmes, misstönendes Geräusch.
ddp/bdw – Anke Biester

















