Ohne Tischmanieren geht das Fressen schneller
Auf Ameisen spezialisierte Echsen schlingen ihre Beute unzerkauft hinunter
Wüstenteufel würden jedes Ameisenwettfressen gewinnen: Die dornigen Reptilien haben eine so ausgefeilte Fresstechnik, dass sie in zwei Stunden genauso viele der flinken Insekten verspeisen können wie andere Echsen in acht Stunden. Bei der Entwicklung dieser Fast-Food-Kultur blieben allerdings die Tischmanieren auf der Strecke, entdeckten die beiden Biologen Jay Meyers und Anthony Herrel. Die Reptilien schlingen die Ameisen einzeln und unzerkaut hinunter. Die Forscher von den Universitäten in Flagstaff und Antwerpen beschreiben die Technik der Rekordhalter in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Biology (Bd. 208, S. 113).
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Ameisen sind kein besonders nahrhaftes Futter. So benötigen die nur etwa 20 Zentimeter großen Wüstenteufel etwa 2.000 Stück pro Tag, um ihren Energiebedarf zu decken. Wären sie beim Ameisenfangen so langsam wie andere Reptilienarten, die nur hin und wieder die krabbelnden Insekten auf ihrem Speiseplan haben, wären sie acht Stunden täglich ausschließlich mit Fressen beschäftigt. Um hinter das Geheimnis zu kommen, wie die Wüstenteufel dieses Problem umgehen, verglichen Meyers und Herrel deren Ameisenfangtechnik mit der verschiedener anderer Reptilienarten, darunter Krötenechsen und Fransenzehenleguane.
Dabei stellte sich heraus, dass sich die Technik der Wüstenteufel deutlich von der ihrer Mitstreiter unterschied. Alle anderen Echsen öffneten zu Beginn ihres Mahls ganz langsam ihr Maul und entschieden sich während dieser Bewegung, ob sie denn nun das vor ihnen liegende Futter verspeisen sollten oder nicht. Die Wüstenteufel dagegen fackelten nicht lange: Sie klappten ihr Maul auf, ließen ihre Zunge blitzartig vorschnellen, fingen die Ameisen ein und verschluckten sie ohne eine einzige Kaubewegung. Dank dieser Schlingtechnik verkürzt sich die tägliche Fresszeit auf zwei Stunden, schreiben Meyers und Herrel. Auf diese Weise bleibt den dornigen Reptilien noch genügend Zeit, um auch noch den anderen essentiellen Dingen des Lebens wie Schlafen und der Suche nach Paarungspartnern nachzugehen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel


















