Auch die Riesenadler auf Neuseeland fingen einmal klein an
Der nächste Verwandte der ausgestorbenen Greifvögel ist der kleine Kaninchenadler
Wissenschaftler haben die Entwicklungsgeschichte einer der einst größten Greifvögelarten der Erde rekonstruiert: Die vor 500 Jahren ausgestorbenen Haast's Eagles (Harpagornis moorei) lebten auf Neuseeland und sind ausgerechnet mit einer der kleinsten Adlerarten überhaupt verwandt, dem Kaninchenadler. Das berichten die Forscher aus Großbritannien und Neuseeland im Fachmagazin PLoS Biology (Onlineausgabe vom 4. Januar).
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Mit einem Gewicht von 10 bis 14 Kilogramm und einer Spannweite von bis zu drei Metern war Harpagornis schwerer und größer als die meisten heute noch lebenden Greifvögel. Zu seiner Beute gehörten die Moas, bis zu 200 Kilogramm schwere Laufvögel, die heute ebenfalls ausgestorben sind. Die Riesenadler verschwanden etwa 200 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Menschen auf der Doppelinsel. Als Grund vermuten Wissenschaftler die Konkurrenz des Menschen bei der Jagd auf Beutetiere sowie Waldbrände, die die Lebensräume der Adler vernichteten. Zurück blieben von den Adlern nur fossile Knochen und die Erzählungen der Ureinwohner Neuseelands, in denen immer wieder Berichte über Riesenvögel auftauchen.
Aus einem 2000 Jahre alten fossilen Knochen gelang es den Wissenschaftlern um Alan Cooper von der Universität Oxford nun, DNA zu isolieren und damit die Herkunft des Riesenadlers zu bestimmen. Harpagornis hat demnach in dem in Australien und Neu-Guinea lebenden Kaninchenadler (Hieraaetus morphnoides) einen engen Verwandten – für die Forscher eine überraschende Entdeckung, da der Kaninchenadler nur etwa ein Kilogramm wiegt.
Die gemeinsame Linie der beiden Adlerarten teilte sich vor knapp einer Million Jahren, vermuten die Wissenschaftler. Damals gelangten auch die ersten fliegenden Auswanderer nach Neuseeland. Dort fanden sie ideale Bedingungen vor, um von Generation zu Generation größer und schwerer zu werden, denn in den zahlreichen Vogelarten und schließlich auch in den Moas fanden die Vögel eine leichte Beute. Da auf Neuseeland keine Landraubtiere lebten, konnten sie sich nach jeder erfolgreichen Jagd ohne jegliche Konkurrenz in Ruhe sattfressen. Größe war für sie ein evolutionärer Vorteil, so dass sie ihr Gewicht im Lauf der Entwicklung mehr als verzehnfachten, erklären Cooper und seine Kollegen.
ddp/bdw – Ulrich Dewald

















