"Sie haben eine traurige neue Nachricht"
Computerprogramm lässt Anrufbeantworter emotionale Mitteilungen erkennen
Mit einer neuen Software sollen Anrufbeantworter in Zukunft dringende oder traurige Nachrichten von unwichtigen unterscheiden können. Das Programm namens "Emotive Alert" bestimmt die Lautstärke, Tonhöhe und Geschwindigkeit des aufgesprochenen Textes und vergleicht diese Merkmale mit abgespeicherten Standardwerten. Daraus kann es die Nachricht dann als glücklich, traurig, aufgeregt, ruhig, offiziell, ungezwungen, dringend und nicht dringend einstufen. Der Angerufene erhält dann eine SMS mit einem Symbol, das die Art der neuen Nachricht kennzeichnet, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausg. vom 8. Januar, S. 21).
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Die Software vergleicht die charakteristischen Sprachwerte jeder Nachricht mit acht abgespeicherten "akustischen Fingerabdrücken", die die acht emotionalen Zustände repräsentieren. Diese Standardwerte stellten die Entwickler Zeynep Inanoglu und Ron Caneel vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus vielen hundert Aufnahmen zusammen, denen sie Emotionen zuordneten. "Emotive Alert" sucht dann den akustischen Fingerabdruck, der am besten mit den Werten einer neuen Nachricht übereinstimmt.
Im Praxistest konnte die Software problemlos zwischen aufgeregten und ruhigen sowie zwischen glücklichen und traurigen Nachrichten unterscheiden. Größere Schwierigkeiten gab es jedoch mit der Differenzierung zwischen offiziellen und inoffiziellen und dringenden und nicht so dringenden Mitteilungen – wahrscheinlich, weil diese Merkmale eher über den Sprachinhalt als über die Art des Sprechens vermittelt werden, vermutet Inanoglu. Sie hofft, diese Schwäche durch die Kombination von Emotive Alert mit einem Spracherkennungsprogramm beheben zu können, das beispielsweise Worte mit negativer Bedeutung aufspüren kann. Dann allerdings sei die Software nicht mehr für jede beliebige Sprache verwendbar, wie es momentan der Fall ist.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















