Plastik-Arterie gibt Gas
Künstliche Gefäßwand setzt Stickstofmonoxid frei und verhindert so das Entstehen von gefährlichen Gerinnseln
Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Rice-Universität in Houston glaubt, den idealen Kunststoff zur Herstellung künstlicher Arterien gefunden zu haben: Er gibt bei Berührung mit Wasser Stickoxid ab und dieses verhindert, dass die dünnen Röhrchen durch Blutzellen verstopfen. Darüber berichtet der Online-Nachrichtendienst des Fachmagazins Nature.
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Wie Jennifer West und ihre Kollegen im Fachmagazin "Biomacromolecules" berichten, kann ein unter dem Namen Polyurethan bekannter Kunststoff relativ einfach zu Röhren mit nur wenigen Millimetern Durchmesser verarbeitet werden. Somit ist er zur Herstellung künstlicher Arterien gut geeignet.
Seine eigentliche Stärke spielt Polyurethan allerdings in biologischer Umgebung aus. Sobald seine Oberfläche mit Wasser in Berührung kommt, gibt der Stoff Stickstoffmonoxid ab. Dieses Gas wiederum verhindert, dass Blutkörperchen in den dünnen Röhren verklumpen und hemmt somit die Bildung von Blutgerinnseln. Wenn derartige Verklumpungen losbrechen, können sie sich in anderen Organen ablagern und dort beträchtliche Schäden anrichten oder sogar zum Tod führen.
In einer Zellkulturstudie fanden die Forscher zudem heraus, dass das Stickoxid das Wachstum natürlicher Zellen an der Oberfläche der Adernhaut anregt. Zudem wirkt es der Ausbildung von Muskelgewebe außerhalb der Adern entgegen und verhindert so, dass diese zusammengedrückt werden.
Die Forscher arbeiten momentan an einer Langzeitstudie ihrer künstlichen Arterien in Hasen, um die Bioverträglichkeit des Materials abzuklären. Zudem muss noch überprüft werden, über welche Zeiträume hinweg der Kunststoff Stickoxid abgeben kann.
Stefan Maier

















