Software ohne Fehl und Tadel
Neues Analysesystem soll Probleme in Computersystemen aufdecken und so ihren fehlerfreien Lauf garantieren
Eine neue Technologie soll künftig garantieren, dass die Computerprogramme zur Steuerung von Autos frei von Fehlern sind. Das System fasst alle denkbaren Abläufe in exakte mathematische Formeln und erlaubt damit diesen Nachweis für alle möglichen Fahrsituationen. Entwickelt wird das "VeriSoft" genannte System von einem Verbund von Wissenschaftlern mehrerer deutscher Universitäten und Forschungsstellen. Ohne einen solchen Nachweis der Fehlerfreiheit wird sich Sicherheitstechnik in Autos oder Flugzeugen bald nicht mehr vermarkten lassen, glauben die Wissenschaftler. Das teilt die Universität in Saarbrücken mit, die das Projekt koordiniert.
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Mit dem zunehmenden Einsatz von Elektronik im Auto ist auch die zugehörige Fehlerquote angestiegen: Nach Angaben des ADAC sind ein Drittel aller Autopannen auf Mängel in der Elektronik zurückzuführen. Rund 80 Prozent davon sind Softwarefehler. "Bisher verwendet die Industrie viel Zeit darauf, Rechnersysteme zu testen, um dabei oft nur kleine Fehler zu entdecken", erläutert der Saarbrücker Informatik-Professor Wolfgang Paul, der das Projekt leitet. Dieser Suche "nach der Nadel im Heuhaufen", wie Paul erklärt, wollen die Entwickler mit "Verisoft" ein System entgegensetzen, das erstmals eine systematische Analyse aller Funktionen und möglicher Fehlerquellen garantiert.
Damit könnte die Entwicklung von Fahrzeugelektronik wesentlich günstiger und teure Rückrufaktionen wegen Störungen in der Fahrzeugelektronik vermieden werden. Eine Garantie für die Fehlerfreiheit der Software wird nicht ohne Folgen bleiben, so Paul: "Sie wird sich auch auf die Sicherheitsvorschriften und Normen auswirken."
Als erstes Projekt haben die Wissenschaftler ein automatisches Notrufsystem für Fahrzeuge unter die Lupe genommen. Bei einem solchen System wählt das Auto bei einem Unfall automatisch eine Notrufzentrale an und übermittelt die genauen Koordinaten des Unfallorts sowie weitere Fahrzeugdaten. Damit das ohne Pannen funktioniert, müssen nicht nur zahlreiche unabhängige Prozessoren im Fahrzeug korrekt funktionieren, sondern auch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Software.
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















