Sprengstoffsuche mit schneller Schnüffeltechnik
Ausgeklügelte Technik spürt selbst kleinste Spuren von explosiven Stoffen in Sekunden auf
Eine neue Schnüffeltechnik für Sprengstoffe könnte die Abfertigung an Flughäfen deutlich beschleunigen. Ein kurzer Sprühimpuls einer Alkohol-Wasser-Mischung auf Koffer, Schuhe oder Kleidung reicht aus, um kleinste Partikel abzulösen. Ein spezielles Messgerät analysiert die Partikel auf ihre Zusammensetzung und schlägt Alarm, wenn Explosivstoffe in der Probe sind. Über das von Wissenschaftlern um Graham Cooks von der Purdue-Universität in West Lafayette entwickelte Verfahren berichtet der Online-Dienst der Zeitschrift Nature.
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Im Sprühgerät passiert das Alkohol-Wasser-Gemisch eine elektrisch geladene Düse, die in dem Sprühnebel geladene Teilchen erzeugt. Diese Ionen prasseln auf die Untersuchungsoberfläche und übertragen ihre Ladung auf die dort haftenden Partikel. Gleichzeitig reißt der Sprühimpuls die Partikel nach dem Prinzip eines Sandstrahlgerätes von der Oberfläche ab. Ein so genanntes Massenspektrometer fängt die geladenen Teilchen auf und trennt sie in ihre Bestandteile. Laut Cooks kann damit der Sprengstoff TNT selbst in Spuren von weniger als dem hundersten Teil eines billionstel Gramms nachgewiesen werden.
Die Methode funktioniert auf Plastik, Metall, Papier und menschlicher Haut, berichten die Forscher. Die Sprühtechnik produziert auch weniger Falschalarme als der gängige Wischtest. Bislang wischen Sicherheitsbeamte Koffer oder Schuhe mit einem Tuch ab. Darin verfangen sich die Partikel, die dann in einem zweiten Schritt ebenfalls mit einem Massenspektrometer klassifiziert werden. Die zweistufige Prozedur dauert zwar weniger als eine Minute. Das kann sich aber bei längeren Abfertigungsschlangen zu größeren Verzögerungen aufsummieren. Mit der neuen Technik geht alles auf einmal und schneller. Die Forscher hoffen, dass die Sprühtechnik schon in einem Jahr durch die Behörden zugelassen wird. Dazu müssen die Geräte aber noch kleiner und handlicher werden. Zu weiteren Anwendungen zählen die Forscher die Spurensicherung bei der Polizei und die Umweltanalytik.
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















