Flash-Speicher bekommen atomare Konkurrenz
Forscher entwickeln nicht-flüchtigen Speicher aus Antimontellurid
Wissenschaftler der Philips Forschungslaboratorien in Eindhoven glauben, eine elegante Lösung für eines der größten Probleme der Mikroelektronik gefunden zu haben – die Herstellung eines billigen, extrem kompakten nicht-flüchtigen Speicherelements. Ihr Speicherkonzept beruht auf einem durch eine elektrische Spannung ausgelösten Phasenübergang der Verbindung Antimontellurid, wie sie im Fachmagzin Nature Materials berichten.
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Der von Martijn Lankhorst und seinen Kollegen entwickelte atomare Speicher besteht aus einem nur winzige Bruchteile eines Millimeters kleinen Stück Antimontellurid. Dieser unter Normalbedingungen amorphe Stoff kann durch eine kleine elektrische Spannung zu einem Übergang in seine kristalline Form angeregt werden. Die somit entstandene Ordnung der Atome kann daraufhin durch einen stärkeren Spannungspuls wieder zerstört werden, so dass der Stoff in seinen amorphen Zustand zurückfällt.
Die beiden Phasen des Stoffes – kristallin oder amorph – unterscheiden sich so stark in ihrer elektrischen Leitfähigkeit, dass ein Computer ein gespeichertes Bit durch einen schwachen Strom auslesen kann. Lankhorst glaubt, auf diese Weise Speicherelemente mit Durchmessern von nur wenigen Dutzend Nanometern herstellen zu können.
Der neuentwickelte atomare Speicher wäre damit wesentlich kompakter als herkömmliche nicht-flüchtige Speicher, etwa die von Digitalkameras bekannten Flash-Karten. Antimontellurid kann zudem mit einem relativ unaufwendigen Verfahren hergestellt werden, was die Speicherbausteine billiger als die Flash-Speicher machen würde.
Neben Anwendungen in Kameras und Mobiltelefonen könnten atomare Speicher auch die Nutzung tragbarer Computer wesentlich erleichtern, so Lankhorst. Nicht-flüchtige Speicher würden so beispielsweise den oftmals langsamen Boot-Vorgang überflüssig machen, da der letzte Zustand des Speichers auch beim Abschalten nicht verloren geht.
Stefan Maier

















