Viel Nachwuchs, wenig Allergien
Kinderreiche Mütter leiden seltener unter allergischen Reaktionen
Je mehr Kinder eine Mutter hat, desto seltener leidet sie unter Allergien. Das schließt ein italienisch-spanisches Forschungsteam aus den Ergebnissen einer Studie an 1.755 Frauen. Je mehr lebende Kinder eine Mutter gebärt, desto seltener erkrankt sie an allergischem Schnupfen oder Bindehautentzündung. Bei Asthma fanden die Forscher allerdings keinen solchen Zusammenhang. Ob eine Schwangerschaft vor Allergien schützen kann oder ob umgekehrt Frauen mit Allergien weniger Kinder bekommen, ist allerdings noch unklar.
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Ob ein Kind an Allergien wie Asthma oder Heuschnupfen erkrankt, hängt von der Anzahl der Geschwister ab. Die so genannte "Hygiene-Hypothese" sagt, dass je größer die Familie und je enger die Kontakte der Kinder zu Gleichaltrigen sind, desto öfter fängt sich ein Kind Infektionen ein, wodurch es weniger anfällig für Allergien wird. Zeigt jedoch bereits die Mutter erbliche Überempfindlichkeitsreaktionen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch ihr Kind unter Asthma oder Heuschnupfen leidet.
Diese Erkenntnisse konnten die Forscher in ihrer Studie bestätigen: Bei Müttern mit mehreren Kindern stellten sie eine wesentlich geringere Anfälligkeit für Allergien wie Schnupfen und Bindehautentzündung fest. Eine durch eine Fehlgeburt oder Abtreibung beendete Schwangerschaft hatte jedoch keinen Einfluss auf die Empfänglichkeit von Allergien wie Schnupfen und Bindehautentzündung .
Die Forscher liefern verschiedene Erklärungen für ihre Ergebnisse. Einerseits könnte die Immunantwort einer Mutter mit ihrer Fruchtbarkeit zusammenhängen. So sind allergische Schnupfen seltener bei Frauen, die früher einmal schwanger waren, und zwar ungeachtet dessen, ob sie eine Lebendgeburt hatten oder einen Schwangerschaftsabbruch. Andererseits werden bei einer Schwangerschaft vermehrt entzündungshemmende Faktoren gebildet. Die Überempfindlichkeit der Mutter könnte deshalb mit einer zunehmenden Anzahl Schwangerschaften abnehmen.
Es könnte aber auch sein, dass die gleichen Faktoren, die ein Kind in einer großen Familie gegen Allergien schützen, auch die Anfälligkeit der Mutter für Allergien erniedrigen. Diese Hygiene-Hypothese gilt deshalb vielleicht auch für Mütter. Und schließlich ist es möglich, dass die Ernährung der Mutter, die sich mit zunehmender Anzahl Kinder verändert, für die verminderte Allergieempfindlichkeit verantwortlich ist. Welche Faktoren genau den beobachteten Effekt hervorrufen, muss erst noch bestimmt werden.
Francesco Forastiere (Departement für Epidemiologie, Rom) et al: Allergy, Bd. 60, S. 510
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

















