Als die Dinos Vegetarier wurden
Forscher finden neue Saurierart, die wahrscheinlich den Übergang zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern darstellt
Eine neu entdeckte Dinosaurierart gibt erste Hinweise darauf, wie sich die Dinosaurier von Fleisch- zu Pflanzenfressern entwickelten: Das Skelett des Falcarius utahensis genannten Reptils zeigt Merkmale wie blattförmige Zähne, ein breites Becken sowie einen langen Hals, die auch bei pflanzenfressenden Dinosauriern vorkamen. Das Skelett haben amerikanische Wissenschaftler in einem Dinosaurier-Massengrab in Utah entdeckt.
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Die Wissenschaftler legten für ihre Arbeit fast 1.700 Knochen frei. Aus dem beinahe vollständig erhaltenen Skelett schließen die Forscher, dass Falcarius auf zwei Beinen ging, etwa vier Meter lang und 1,4 Meter hoch war und zehn Zentimeter lange, gebogene und scharfe Krallen hatte. Ob Falcarius Fleisch oder Pflanzen fraß, wissen die Forscher noch nicht. Sie stellten aber fest, dass das Skelett Ansätze von Eigenschaften aufwies, wie sie bei pflanzenfressenden Dinosauriern vorkommen. Dazu gehören kleinere blattförmige Zähne und ein breiteres Becken, das einen größeren Magen für die Verdauung von Pflanzen zuließ. Zudem hatte Falcarius kleinere und dickere Beine, wie sie bei Pflanzenfressern vorkommen, die nicht mehr hinter Beutetieren herrennen müssen. Die Arme von Falcarius waren beweglicher als bei seinen Vorfahren. Die Forscher vermuten, dass er mit ihnen und dem lang gezogenen Hals nach Pflanzen greifen konnte.
Die ersten Dinosaurier waren kleine, leichte und schnellfüßige Räuber. Zwei große Dinosaurier-Gruppen wurden dann zu Pflanzenfressern, doch wie diese Entwicklung genau ablief, ist bisher nicht bekannt. "Mit Falcarius haben wir einen fossilen Beweis für die Ernährungsumstellung", sagt der Co-Autor Scott Sampson. "Wir haben sozusagen die Evolution auf frischer Tat ertappt." Die Entwicklung von pflanzenfressenden Dinosauriern könnte mit dem Aufkommen der Blütenpflanzen zusammenhängen, wie die Forscher berichten. Diese traten in der gleichen Zeit auf, wie auch Falcarius utahensis lebte: in der frühen Kreidezeit, also ungefähr vor 125 Millionen Jahren.
Falcarius gehörte zur Unterordnung der so genannten Theropoden, von denen die Forscher bislang glaubten, dass sie aus China stammten und über eine Landbrücke vom heutigen China über Alaska nach Nordamerika eingewandert war. Vor 125 Millionen Jahren jedoch, als Falcarius lebte, gab es Alaska noch nicht. Die Forscher vermuten deshalb, dass die Theropoden entweder von Asien über Europa nach Nordamerika gewandert sind, oder dass sie direkt aus Nordamerika stammen.
James Kirkland (Utah Geological Survey, Salt Lake City) et al.: Nature, Bd. 435, S. 84
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

















