Cocktail aus Antikörpern hält HIV nur kurze Zeit in Schach
Forscher: Verfahren eignet sich höchstens zur Vorbeugung von Infektionen
Eine Gabe von Antikörpern kann bei HIV-Infizierten das Virus kontrollieren, jedoch nur für eine ganz kurze Zeit. Das konnte ein schweizerisch-österreichisches Forschungsteam an 14 HIV-Infizierten zeigen, die sie mit einem Antikörpercocktail behandelten. Die Antikörper hatten das Virus kurz unter Kontrolle, letztlich gewann jedoch der Erreger wieder die Oberhand. Die Forscher hoffen, dass künftig Antikörper zur Prävention von HIV-Infektionen eingesetzt werden können.
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Die Wissenschaftler verabreichten acht chronisch und sechs akut HIV-infizierten Patienten einen Cocktail aus drei verschiedenen Antikörpern. Bei zwei der chronisch und vier der akut HIV-infizierten Patienten erholte sich die Virenpopulation nach einem anfänglichen Rückgang deutlich später, wie die Forscher feststellten. Die Antikörper hielten die Viren also für eine kurze Zeit unter Kontrolle. Bisher war die schützende Wirkung der Antikörper gegen HIV nur in Tierversuchen oder in Zellkulturen im Labor bestätigt worden.
Aus ihren Untersuchungen schließen die Forscher, dass nur einer der drei Antikörper die Viren in Schach halten konnte und dass dazu sehr große Antikörpermengen notwendig waren. Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass das HI-Virus sehr schnell eine neue, gegen die Antikörper resistente Variante hervorbringen kann. Da akut Infizierte eine kleinere Virentypenvielfalt aufweisen, können sich bei ihnen nicht so leicht resistente Varianten entwickeln. Deshalb wirkten die Antikörper bei Patienten mit einer akuten HIV-Infektion besser als bei chronisch Infizierten, wie die Forscher vermuten.
Aufgrund der Testergebnisse schließen die Forscher, dass Antikörper nicht zur Therapie von bereits mit HIV Infizierten eingesetzt werden sollten. Vorausgesetzt, die Antikörper können in einer genügend großen Menge produziert werden, könnten sie jedoch vielleicht zur Vorbeugung von HIV-Infektionen eingesetzt werden, hoffen die Forscher.
Alexandra Trkola (Universitätsspital Zürich) et al.: Nature Medicine, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nm1244
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

















