Arbeitsteilung bei Vokalen und Konsonanten
Das Gehirn weist Selbst- und Mitlauten verschiedene Aufgaben bei der Sprachwahrnehmung zu
Vokale und Konsonanten haben bei der Sprachverarbeitung unterschiedliche Funktionen: Während Vokale mit dem Grammatikverständnis zusammenhängen, sind Konsonanten essenziell, um einzelne Wörter im Sprachfluss zu identifizieren.
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Bei der Analyse von Sprache verwendet ein Zuhörer unbewusst statistische Berechnungen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Laute auf bestimmte Silben folgen. Für diese Berechnungen spielen vor allem Konsonanten eine Rolle, hat Luca Bonatti von der Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati im italienischen Triest gemeinsam mit Kollegen aus Frankreich und Chile herausgefunden. Die Forscher spielten französischsprachigen Freiwilligen eine künstliche Sprache mit imaginären, bedeutungslosen Worten vor. Anschließend wurde deren Wortschatz in dieser Kunstsprache getestet.
Konsonanten dienten in erster Linie für das Erkennen einzelner Wörter der imaginären Sprache, ergaben die Versuche. Vokale übertrugen dagegen grammatikalische Informationen. "Es ist bekannt, dass Menschen statistische Berechnungen in vielen verschiedenen Bereichen durchführen können", sagt Bonatti. Mit Vokalen können sie das allerdings nicht. "Es scheint eine Art von Aufgabenspezialisierung zu geben, welche die Sprachareale dem ganzen Gehirn auferlegen."
Bei Primaten, die keine Sprache nutzen, verhält es sich dagegen genau anders herum: Sie können statistische Berechnungen auf der Basis von Vokalen durchführen, nicht aber auf der von Konsonanten, ergaben Untersuchungen. Sie nehmen Vokale offenbar als einfache Laute ohne grammatikalischen Wert wahr und können daher auch statistische Beziehungen unter ihnen berechnen, vermuten Bonatti und seine Kollegen. Konsonanten dagegen sprechen die Tiere gar keine Bedeutung zu, sondern bewerten sie schlicht als Lärm und ignorieren sie völlig.
Luca Bonatti (SISSA/ISAS (Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati)) et al.: Psychological Science, Bd. 16, S. 451
ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff

















