Kaiseradler haben keine Kuckuckskinder
Vaterschaftstest zeigt: Die Vögel sind ungewöhnlich treu
Seitensprünge sind für Kaiseradler tabu: Die Greifvögel gehören zu den treuesten Vogelarten. Das haben amerikanische Forscher um Jamie Rudnick von der Purdue-Universität in West Lafayette herausgefunden. Sie entnahmen aus den Nestern einer Adlerpopulation in Kasachstan regelmäßig Federn und bestimmten einen genetischen Fingerabdruck der einzelnen Vögel. Daraus konnten die Forscher ableiten, dass die Vögel über die Brutsaison monogam leben.
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Mit dem genetischen Fingerabdruck konnten die Forscher die mit dem Auge kaum zu unterscheidenden Vögel identifizieren. Da die genetischen Fingerabdrücke von Eltern und Nachwuchs kompatibel waren, leben die Adler monogam. Auch Seitensprünge konnten so ausgeschlossen werden. Bei anderen Vogelarten kommt es indes vor, dass die geschlüpften Nachkommen von verschiedenen Vätern stammen. Die Forscher um Rudnick wie auch Naturschützer freut es besonders, dass durch das Federsammeln ein gewaltsamer Eingriff in das Vogelleben vermieden wird. Normalerweise müssen Vögel wie auch andere Tiere eingefangen werden, um eine Erbgutprobe zu entnehmen.
Von den erwachsenen Kaiseradlern der beobachteten Population überleben nur rund 84 Prozent im Jahr, schätzen die Forscher. Dies ist niedriger, als es die Forscher erwartet haben. Doch scheint ein hoher Bruterfolg die Vogelpopulation zu stabilisieren.
Jamie Rudnick (Purdue-Universität, West Lafayette) et al.: Molecular Ecology, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1111/j.1365-294X.2005.02641.x
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















