Was das Blut fett macht
Gene beeinflussen den Cholesterinspiegel stärker als Lebenswandel
Wie stark fettes Essen den Cholesterinspiegel in die Höhe treibt, hängt stärker von der genetischen Veranlagung ab als von der persönlichen Lebensweise. Diesen bereits seit längerer Zeit vermuteten Zusammenhang hat jetzt eine Studie amerikanischer Forscher mit 28 eineiigen Zwillingspaaren bestätigt. Bekamen beide Brüder, von denen jeweils einer sehr sportlich und der andere eher ein Couchpotato war, die gleiche fetthaltige Diät, veränderte sich ihr Cholesterinspiegel trotz des extrem unterschiedlichen Lebensstils gleich stark.
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Sechs Wochen lang verordneten die Forscher ihren Probanden eine fettarme und weitere sechs Wochen eine sehr fetthaltige Diät. Anschließend bestimmten sie die Menge des so genannten LDL-Cholesterins im Blut der Zwillinge. Diese Variante des Cholesterinss wird auch "schlechtes" Cholesterin genannt und gilt als einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose.
Die Probanden reagierten sehr unterschiedlich auf die Ernährungsumstellung, zeigte die Auswertung: Bei einigen wurde der Bluttfettspiegel praktisch überhaupt nicht durch die fettreiche Ernährung beeinflusst, während er bei anderen stark anstieg. Verglichen die Forscher jedoch die Werte der Zwillingspaare untereinander, gab es so gut wie keine Abweichungen: Entweder stieg der Cholesterinspiegel bei beiden Brüdern oder er blieb bei beiden unverändert.
Da die Zwillinge die gleichen Gene, jedoch völlig unterschiedliche Lebensstile hatten, zeige die starke Übereinstimmung deutlich, dass die Gene und nicht die persönliche Lebensweise bei der Regulierung des Cholesterinspiegels die Hauptrolle spielen, schreiben die Forscher. Welche Gene genau an der Steuerung beteiligt sind, können sie jedoch bislang noch nicht sagen.
Cholesterin, auch Cholesterol genannt, gehört zu den Fetten und ist unter anderem ein wichtiger Baustein für verschiedene Hormone sowie ein Hauptbestandteil der Zellmembranen des Körpers. Etwa ein Drittel des benötigten Cholesterins wird vom Körper selber hergestellt, der Rest wird aus der Nahrung gewonnen. Ist jedoch zuviel Cholesterin im Blut, kann es sich auf Dauer an den Wänden der Blutgefäße ablagern und sie so verengen.
Paul Williams (Lawrence Berkeley National Laboratory) et al.: American Journal of Clinical Nutrition, Bd. 82, Nr. 2
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















