Todesfälle durch Lungenkrebs nehmen bei Frauen weiterhin zu
Forscher: Höhepunkt der Entwicklung scheint jedoch bereits überschritten
In Europa sterben immer mehr Frauen an Lungenkrebs. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Italien und der Schweiz nach einer umfangreichen vergleichenden Studie. Demnach ist die Zahl der Todesfälle pro 100.000 Frauen aufgrund dieser Krebserkrankung in den meisten Ländern in den vergangenen zwanzig Jahren stetig gestiegen. Die Trends in einigen Ländern geben allerdings auch Grund zur Hoffnung, berichten die Wissenschaftler.
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Cristina Bosetti vom Mario-Negri-Institut für pharmakologische Forschung in Mailand und ihre Kollegen analysierten die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs über die vergangenen vier Jahrzehnte in 33 europäischen Ländern einschließlich der 25 heutigen EU-Staaten. Die Forscher werteten dabei die Daten von Frauen zwischen 20 und 64 Jahren aus.
Allein in den EU-Ländern ist die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs bei Frauen zwischen 1980 und 1990 um 23,8 Prozent gestiegen, zwischen 1990 und 2000/2001 um weitere 16 Prozent. Sechs Länder weisen hingegen in diesem Jahrzehnt einen Abfall der Zahlen auf – darunter England, Russland, die Ukraine, Litauen und Lettland. Außerdem haben die Forscher in weiteren Ländern – zum Beispiel in Irland, Großbritannien, Österreich, Ungarn, Italien und den Niederlanden – unter jüngeren Frauen eher eine Abnahme der Sterbefälle durch Lungenkrebs beobachtet.
Dies gibt laut Aussage der Wissenschaftler Anlass zu der Hoffnung, dass in Europa der Höhepunkt der Entwicklung bereits erreicht ist und nicht derart hohe Todeszahlen durch Lungenkrebs zu erwarten sind wie in den USA. Dort ist Lungenkrebs bei Frauen inzwischen die führende Todesursache durch Krebs. Um dem vorzubeugen sei es allerdings notwendig, die Hauptursachen wie Rauchen weiterhin effektiv zu kontrollieren und gegen sie einzuschreiten.
Cristina Bosetti (Mario-Negri-Institut für pharmakologische Forschung, Mailand) et al.: Annals of Oncology, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1093/annonc/mdi313
ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff

















