Verhängnisvolles Gen-Set
Brustkrebs: 54 Gene bestimmen, ob es Metastasen in der Lunge gibt
Ein Set von 54 Genen ist für die Entwicklung von Metastasen in der Lunge bei Brustkrebspatienten verantwortlich. Mithilfe dieser Gene lässt sich voraussagen, ob der Krebs auf die Lungen übergreifen wird und wenn ja, wie bösartig er sein wird. Die Entstehung von Ablegern von Brusttumoren in anderen Organen ist jedoch nicht von diesen Genen abhängig. Das haben Forscher aus den USA und Kanada an Untersuchungen mit Mäusen herausgefunden.
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Die meisten Metastasen von Brustkrebs bilden sich im Knochen und in der Lunge aus. Ihre Entstehung unterliegt in den beiden Geweben jedoch unterschiedlichen Genen, von denen viele bislang nicht in Zusammenhang mit Metastasen gebracht wurden. Das haben die Forscher um Andy Minn festgestellt, als sie Mäusen Krebszellen eines Brustkrebspatienten verabreichten. Die Gruppe von Genen im Brusttumor war überdurchschnittlich stark aktiv, wenn sich später in der Lunge Ableger bildeten, stellten die Forscher fest. Entstanden hingegen Metastasen in den Knochen, zeigten die Gene keine überdurchschnittliche Aktivität.
Einige der Gene aus der Gruppe haben gleich zwei Funktionen, stellten die Forscher bei weiteren Untersuchungen fest: Sie sind für das Wachstum sowohl des Krebstumors in der Brust als auch der Metastasen in der Lunge verantwortlich. Andere wiederum bestimmen die Bösartigkeit der Metastasen in der Lunge. Sie besitzen den Bauplan für Proteine, die außerhalb der Zelle gebraucht werden und es dem Tumor ermöglichen, die Lunge zu besiedeln und in ihr zu wachsen, vermuten die Forscher. Mithilfe des neu entdeckten Gensets könne das Risiko abgeschätzt werden, dass sich in der Lunge von Brustkrebspatienten Ableger bilden, erklärt Minn. Daraus erhoffen sich die Forscher bessere Erfolge in der Krebstherapie.
Andy Minn (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York) et al.: Nature (Bd. 436, S. 518)
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

















