Brautwerbung mit vollem Körpereinsatz
Wie Keulenpripras durch Reibung ihrer Federn Werberufe erzeugen
Der in Südamerika lebende Keulenpipra erzeugt bei der Balz durch Reiben seiner Federn einen weit hörbaren Werberuf. Der Ton entsteht dabei ähnlich wie das Geräusch beim Reiben eines Fingers über einen Kamm. Das haben amerikanische Biologen mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras herausgefunden.
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Ähnlich wie die Grillen ihre Flügel aneinander reiben, um einen Ton zu erzeugen, produzieren die Männchen des Keulenpipras Machaeropterus deliciosus mit ihren Federn einen Balzruf. Dieser tönt wie ein "Tick-Tick-Ting", wobei die beiden "Tick" klar abgegrenzte Klick-Töne sind. Das "Ting" jedoch hört sich wie ein lang gezogener Violinenton an, schreiben die Forscher. Der Balzruf sei so laut wie Vogelgezwitscher und weithin zu hören.
Bostwick und Prum zeichneten mithilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera die Bewegungen der Flügel und Federn der Vogelmännchen auf. Die Keulenpipras benützten für die Erzeugung des Balzrufes ihre inneren Flugfedern, deren Enden knüppelähnliche Verdickungen aufweisen, stellten die Wissenschaftler fest. Die Schafte der sechsten und siebten Federn sind vergrößert und innen hohl, was einen besonders guten Resonanzkörper und damit starken einen Nachhall ergibt. Auch waren sie so verdreht, dass sie sich besonders gut zur Klangerzeugung einsetzen lassen.
Dieser große Aufwand deute auf einen hohen evolutionären Druck bei der Entwicklung der Balz bei den Vögeln hin, erläutern die Forscher. Da sich die Männchen der Keulenpipras mit mehreren Weibchen paaren, haben gute Klangkünstler auch die besten Chancen auf Nachwuchs.
Kimberly Bostwick (Cornell-Universität, Ithaca, USA) und Richard Prum: Science (Bd. 309, S. 736)
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi


















