Als die Sonne noch ein Nebel war
Forscher entdecken Fingerabdruck der frühen Sonne in Meteoriten
Schon vor ihrer Geburt prägte die Sonne das spätere Sonnensystem: Die Gaswolke, die sich später zur Sonne verdichten sollte, sandte bereits vor 4,5 Milliarden Jahren so viel UV-Strahlung aus, dass sie bestimmte chemische Reaktionen auf den Oberflächen kleinster Staubkörner beeinflusste. Das haben amerikanische Forscher bei der Analyse von Steinmeteoriten herausgefunden, die aus der Frühzeit unseres Sonnensystems stammen. Die Schwefelanteile in den Meteoriten tragen ganz klar den Fingerabdruck früher ultravioletter Sonnenstrahlen.
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Bei der Analyse der Meteoriten fiel den Forschern eine charakteristische Anhäufung einer ungewöhnlichen Schwefelvariante auf. Diese Form, der so genannte Schwefel-33, kann nur durch drei Prozesse entstehen: Kosmische Strahlen, Fusionsprozesse innerhalb der Sonne oder Reaktionen der Gaswolke, aus der sich schließlich der Stern bildete. Nur die letztere Möglichkeit konnte der Prüfung der Forscher standhalten. "Zum ersten Mal konnten wir zeigen, dass die Sonne schon vor ihrer eigentlichen Entstehung eingeschaltet war, um genügend UV-Licht für photochemische Reaktionen zu erzeugen", sagt der beteiligte Forscher Mark Thiemens.
In den Modellen der Astronomen begann die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems vor fünf Milliarden Jahren, als sich interstellares Gas und Materie zusammenballte. Dieser solare Urnebel sah wie ein sich drehender Pfannkuchen aus. In der Mitte verdichtete sich die Materie zur späteren Sonne, aus kleinen Wirbeln entstanden die Planeten. Die von Rai und Thiemens untersuchten Meteoriten sind eine Zusammenballung kleinster Staubkörnchen, die an bestimmten Stellen der Verdichtungsscheibe genügend UV-Licht aufnahmen, um erste chemische Reaktionen zu ermöglichen. Bei diesen Reaktionen könnten auch bereits Verbindungen wie Wasser oder andere organische Substanzen entstanden sein, die später die Grundlage des Lebens bildeten.
Vinai Rai (University of California, San Diego) et al.: Science, Bd. 309, Seite 1062
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















