Warum sich Monty Pythons "Silly Walk" nicht durchgesetzt hat
Gehen und Laufen sind die ökonomischsten Fortbewegungsarten auf zwei Beinen
Gehen, Hüpfen oder Monty Pythons Silly Walk: Unter den zahlreichen Möglichkeiten der Fortbewegung auf zwei Beinen sind das gewöhnliche Gehen und der schnelle Lauf tatsächlich die ökonomischsten. Das haben amerikanische Mathematiker in einem Rechenmodell gezeigt – und damit bestätigt, was die Menschheit schon seit vielen hunderttausend Jahren weiß.
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In ihrer Arbeit entwickelten die Forscher ein Modell, mit dem sie die Bewegung eines Menschen auf zwei Beinen in mathematischen Gleichungen beschreiben konnten. Damit lassen sich alle möglichen Arten des Gehens und Laufens durchspielen: der stramme Schritt eines Wanderers oder der eher schwebende Gang eines Kellners, der federnde Sprung eines Langstreckenläufers oder bisher unübliche Mischformen aus Laufen und Gehen. Aus dem Modell ergab sich gleichzeitig auch der Energieverbrauch, der für die jeweilige Fortbewegungsart aufgewendet werden muss.
Bei geringen Geschwindigkeiten ist der "inverted pendular walk" – der Gang nach Art des umgedrehten Pendels – am effektivsten, ergaben die Berechnungen. Genauso gehen bis heute fast alle Menschen: Ohne den Bodenkontakt zu verlieren, setzen sie ein Bein vor das andere. Der Schwerpunkt des Körpers bewegt sich dabei in einer wellenförmigen Bahn leicht auf und ab. Auch beim für hohe Geschwindigkeiten optimalen Laufstil ergab die Auswertung keine Überraschungen: Dabei ist die von jedem Läufer praktizierte Technik am effektivsten, bei der der Körper bei jedem Schritt den Boden verlässt und in einer parabelförmigen Bahn dem nächsten Bodenkontakt entgegenfliegt.
Verwundert waren die Forscher hingegen über die laut ihrem Modell bei mittleren Geschwindigkeiten günstigste Fortbewegungsart: Bei diesem von den Wissenschaftlern "pendular run" – pendelnder Lauf – genannten Stil wechseln sich Sprung und gewöhnlicher Schritt stetig ab. Warum die meisten Menschen beim langsamen Beschleunigen diese Fortbewegungsart vermeiden und vom schnellen Gehen unwillkürlich in den langsamen Lauf übergehen, können sich die Wissenschaftler nicht erklären. Sie vermuten jedoch, dass auch noch andere Faktoren das Laufen prägten, die in ihrem Modell nicht berücksichtigt werden.
Manoj Srinivasan, Andy Ruina (Cornell-Universität, Ithaca): Nature, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nature04113
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald


















