Coole Erinnerungslücken
Studie: Haltung bewahren vermindert die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses
Wer in unangenehmen Situationen die Haltung bewahrt, behält die erlebten Ereignisse deutlich schlechter im Gedächtnis. Das schließen James Gross von der Universität in Stanford und Jane Richards von der Universität in Austin aus ihren Untersuchungen an mehr als 200 Freiwilligen. Je stärker die Probanden versuchten, ihre Gefühle zu verbergen, desto schlechter war ihr Gedächtnis.
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Im ersten Teil der Untersuchung zeigten die Wissenschaftler 57 Versuchspersonen einen Film über einen chirurgischen Eingriff, dessen Bilder die Zuschauer emotional stark berührten. Anschließend fragten Gross und Richards die Probanden, wie sie sich fühlten und wie stark sie sich bemüht hatten, ihre Gefühle zu verbergen. Zusätzlich untersuchten die Forscher auch, an wie viele Szenen im Film sich die Probanden noch erinnern konnten. Das Ergebnis war eindeutig: Wer am stärksten versucht hatte, seine Gefühle zu verbergen, konnte sich am schlechtesten an Einzelheiten im Film erinnern.
Im zweiten Experiment zeigten die Wissenschaftler 175 Probanden wiederum den Film über die Operation. Zuvor jedoch wurde die Hälfte der Versuchskandidaten dazu angewiesen, ihren Gesichtsausdruck während des Films unter Kontrolle zu halten. Die andere Hälfte der Probanden sollte sich selbst vom Geschehen im Film ablenken, indem sie an etwas anderes dachte. Als die Forscher nach dem Abspielen des Films das Gedächtnis der Testpersonen prüften, stellten sie fest, dass beide Gruppen sich gleich schlecht daran erinnern konnten, was im Film geschah. Der Versuch, seine Gefühle unter zu Kontrolle zu halten, beeinträchtigt die Fähigkeit, sich detailliert an bestimmte Dinge zu erinnern, erklärt Gross seine Beobachtungen.
New Scientist, 17. September, S. 13
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi

















