Wenn Flipper "Bat-maaaan" singt
Forscher entdecken ausgeprägtes Rhythmusgefühl bei Delfinen
Auch Delfine haben Rhythmus im Blut: Die Meeressäuger können verschiedene Rhythmen voneinander unterscheiden und sogar selbst eine Art rhythmischen Gesang produzieren. Das haben amerikanische Wissenschaftler in zwei Studien mit zwei Großen Tümmlern gezeigt. Eine extrem hochfrequente Version der "Batman"-Titelmusik, welche die Tiere dabei von sich gaben, ist nach Ansicht der Forscher der erste Nachweis dafür, dass außer dem Menschen auch andere Säugetiere Rhythmen erkennen können.
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In der ersten Studie spielten die Wissenschaftler einem erwachsenen männlichen Delfin sechs verschiedene Rhythmen jeweils vier Sekunden lang vor. Dabei variierten sie sowohl die Frequenz als auch das Tempo, um sicherzustellen, dass der Tümmler tatsächlich auf den Rhythmus reagierte. Das Tier lernte problemlos, die verschiedenen Rhythmen auseinander zu halten und bei den unterschiedlichen Taktungen unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. So wedelte er beispielsweise immer dann, wenn er Rhythmus Nummer 1 hörte, mit seiner Brustflosse und stieß bei Rhythmus Nummer 2 einen Ball an.
In der zweiten Studie trainierten die Wissenschaftler einen anderen männlichen Delfin darauf, die gehörten Rhythmen mithilfe eines pneumatischen Schalters und einem Computer zu imitieren. Der Tümmler lernte außerdem, die unterschiedlichen Rhythmen mit Gegenständen zu assoziieren. So sollte er beispielsweise immer dann, wenn er eine Batman-Figur gezeigt bekam, einen Rhythmus bestehend aus einem kurzen und einem langen Ton produzieren – ähnlich wie der Refrain aus der Titelmelodie zur Fernsehserie "Batman", in dem "Bat-maaaaaan" gesungen wurde.
Der Delfin meisterte diese Aufgabe nicht nur mit Leichtigkeit, er begann auch spontan, den Rhythmus nachzusingen, entdeckten die Forscher. Bislang galt die Fähigkeit, Rhythmen wahrzunehmen, als Teil der Sprach- und Musikwahrnehmung und damit als spezifisch menschlich, kommentiert Studienleiterin Harley. Die neue Studie zeige nun jedoch, dass Teile dieser kognitiven Ressourcen auch anderen Arten zur Verfügung stehen. Dass die Delfine jedoch auch das Konzept von Musik erfassen können, ist nach Ansicht der Forscher eher unwahrscheinlich.
Heidi Harley (New College of Florida) et al.: Beitrag auf der Jahrestagung der amerikanischen akustischen Gesellschaft, Minneapolis
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















