Spirale gegen Schlaganfälle
Verformbares Molekül soll bei der Entfernung von Blutgerinnseln helfen
Amerikanische Wissenschaftler haben eine clevere Methode zur Entfernung von Blutgerinnseln entwickelt. Dabei wird ein mit Platin versetztes Kunststoffstäbchen mithilfe einer Glasfaser durch die Ader in das Gerinnsel geschoben. Wenn anschließend ein Laserstrahl durch die Faser geschickt wird, heizt sich das Stäbchen auf und verändert dadurch seine Form zu einer Spirale. Dabei hakt es sich in dem Gerinnsel fest, das dann wie mit einem Korkenzieher verschoben werden kann. Auf diese Weise kann der unterbrochene Blutfluss wieder einsetzen, berichten die Forscher des Lawrence Livermore Nationallaboratoriums.
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Ward Small und seine Kollegen haben bereits einen Pilotversuch mit ihrem Kunststoffstäbchen erfolgreich in einer verstopften, künstlichen Ader durchgeführt. Dabei kommt dem Platin in dem Kunststoff eine besondere Bedeutung zu: Es absorbiert den durch die Faser geschickten, 5 Watt starken infraroten Laserstrahl und heizt sich dabei auf.
Die Temperaturerhöhung wiederum löst nun innerhalb weniger Sekunden die Formveränderung des Kunststoffes aus, wobei eine zehn Zentimeter lange Spirale mit einem Durchmesser von etwa 3 Millimetern entsteht (siehe Bild). Allerdings erhöht sich dadurch auch die Temperatur des Bluts in der Umgebung des Gerinnsels – um etwa 12 Grad Celsius, so Small. Daher muss das Gerinnsel innerhalb einer Zeitspanne von etwa 15 Minuten mit der eingehakten Schraube entfernt werden, bevor permanenter Gewebeschaden eintritt. Die Forscher hoffen, nach ihren Laborversuchen nun mithilfe eines industriellen Partners bald klinische Tests beginnen zu können.
Optics Express, Band 13 Seite 8204
Stefan Maier

















