Urintest für Blasenkrebs
Aktivität des Enzyms Telemerase deutet auf Tumoren hin
Eine höhere Aktivität des Enzyms Telomerase im Urin weist auf Blasenkrebs hin. Damit haben italienische Mediziner eine so genannte Markersubstanz im Urin gefunden, mit der Blasenkrebs diagnostiziert werden kann. Bisherige Methoden beruhen auf invasiven und vergleichsweise teuren Verfahren wie der Blasenspiegelung. Mit einer einfachen Urinprobe könnten die Krebsgeschwüre insbesondere in frühem Stadium aufgespürt werden, was die Heilungschance erhöhe.
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Mit jährlich rund 15.000 Neuerkrankungen in Deutschland zählt der Blasenkrebs zu den häufigen Krebsarten. Mediziner suchten schon lange nach einfachen Methoden, den Krebs an Spuren im Urin zu entdecken. Insbesondere wollten sie damit die kostspieligen und invasiven Blasenspiegelungen und Gewebeentnahmen für die Erstdiagnose ersetzen.
In ihrer Studie untersuchten die Forscher 218 Männer, darunter 134 Patienten mit Blasentumoren. Vor einer Blasenspiegelung nahmen die Forscher eine Urinprobe. Mit einem speziellen mikrobiologischen Nachweisverfahren konnten sie die Aktivität der Telomerase direkt messen: Die Zellen im Urin werden zerstört. Dann extrahieren die Wissenschaftler die Telomerase und vervielfältigen diese mit einer speziellen Reaktion. Die Konzentration können die Forscher dann mit einem Standardverfahren analysieren.
Obwohl das Verfahren in etwa neun von zehn Fällen den Blasenkrebs erkannte, raten die Forscher zur Vorsicht: Würde der Test etwa als Routineuntersuchung sehr häufig angewandt, wäre mit zu vielen falschen Alarmen zu rechnen. Andererseits kann mit dem Nachweis von aktiver Telomerase im Urin ein entstehender Blasenkrebs schon sehr früh erkannt werden. Die Forscher empfehlen daher, neben der Weiterentwicklung der Technik zunächst Risikogruppen damit zu untersuchen. Bei Rauchern ist das Blasenkrebsrisko beispielsweise dreimal so hoch wie bei Nichtrauchern.
Maria Aurora Sanchini (Morgagni-Pierantoni Krankenhaus, Forlì) et al.: Journal of the American Medical Association (Band 294, Nummer 16, Seite 2052)
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















