Der Magen als Lügendetektor
Beim Lügen herrscht verräterische Ruhe in dem Verdauungsorgan
An den Bewegungen des Magens lassen sich Lügner erkennen. Das sagen amerikanische Forscher, die bei 16 Freiwilligen die Aktivität der Magenmuskulatur gemessen haben. Nach ihren Ergebnissen steigert das Lügen die Herzfrequenz und verlangsamt gleichzeitig die Bewegungen des Magens.
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Die bisher in einigen Staaten der USA bei Vernehmungen zugelassenen Lügendetektortests beruhen auf der Messung verschiedener Körperparameter wie Blutdruck, Puls und Atmung. Diese Daten werden im Laufe eines Tests kontinuierlich aufgezeichnet. Verändern sich die Werte, kann das darauf hindeuten, dass die Testperson gerade eine Lüge erzählt.
In ihrer Studie erstellten die Forscher von jedem Probanden ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der elektrischen Aktivität der Herzmuskulatur und ein so genanntes Elektrogastrogramm (EGG), das die Bewegung der Magenwand wiedergibt. Beim Lügen kam es zu einem deutlichen Rückgang der gewöhnlichen, langsamen Magenbewegungen, beobachteten die Forscher.
Der Grund für den Zusammenhang liege in der Kommunikation zwischen dem Gehirn im Kopf und dem so genannten Bauchhirn, wie das Nervengeflecht im Magen-Darm-Trakt auch bezeichnet wird. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Komponenten des Nervensystems ist ein sehr komplexes Phänomen, das weiter erforscht werden sollte, erklären die Wissenschaftler. Da der Verdauungstrakt so sensibel auf mentalen Stress reagiere, könnte durch die Aufzeichnung von EGGs die Aussagekraft herkömmlicher Lügendetektortests verbessert werden.
Pankaj Pasricha (University of Texas Medical Branch, Galveston) et al.: Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Gastroenterologie in Honolulu
ddp/wissenschaft.de – Martina Feichter

















