Wann die Banane nach Afrika kam
Forscher: Anbau der gelben Früchte war auf dem Kontinent schon vor 4.500 Jahren etabliert
Frühe Landwirte haben in Afrika bereits vor 4.500 Jahren Bananen kultiviert. Das sagen Wissenschaftler eines internationalen Archäologenteams, die in Uganda fossile Fragmente von Bananenpflanzen ausgegraben haben. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die aus Neuguinea stammende Pflanze auf dem afrikanischen Kontinent vor höchstens 2.000 Jahren eingeführt wurde.
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Das Team um Julius Lejju von der ugandischen Mbarara-Universität, Peter Robertshow von der Staatsuniversität in San Bernadino (USA) und David Tayler vom Trinity College in Dublin analysierten in ihrer Arbeit Proben von Ausgrabungen aus einem Ort namens Munsa, 125 Kilometer nordwestlich der ugandischen Hauptstadt Kampala. An diesem Ort lebte vor etwa 1.000 Jahren eine große Zahl von Menschen, hatten schon frühere Ausgrabungen ergeben. Mittels Radiokarbonmessungen konnten die Forscher nun jedoch zeigen, dass der Ort bereits vor 4.500 Jahren besiedelt war. Die Wissenschaftler entdeckten in diesen Sedimentschichten dabei nicht nur Siedlungsspuren, sondern auch Reste von Bananenpflanzen.
Dieser für die Forscher überraschende Fund bestätigt die Ergebnisse von Archäologen, die im Süden Kameruns 2.500 Jahre alte Überreste kultivierter Bananen entdeckt hatten. Genetischen Untersuchungen zufolge wurde die Nutzpflanze in Neuguinea bereits vor 6.500 Jahren kultiviert und breitete sich von dort aus nach Südostasien aus. Von dort aus haben Händler die Pflanze über den Indischen Ozean nach Afrika gebracht, vermuten die Forscher.
Wer die Menschen waren, die dort als erste Bananen anbauten, ist unbekannt. Es könnten die Vorfahren heutiger Bauern und Siedler sein, spekuliert der amerikanische Historiker David Schoenbrun, oder aber Angehörige heute verschwundener Volksgruppen.
Science, Online-Dienst
Originalveröffentlichung: Julius Lejju (Mbarara University of Science and Technology) et al., Journal of Archaeological Science, Bd. 33, S. 102
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















