Vier Mütter mit Millionen Kindern
Jüdischer Volksstamm geht auf vier Frauen zurück
Der jüdische Volksstamm der Aschkenasim stammt zu einem großen Teil von vier Frauen ab. Das hat ein internationales Team von Genetikern anhand von Genuntersuchungen herausgefunden. Die auf der ganzen Welt lebenden rund acht Millionen Aschkenasim sind Juden, die aus Mittel- und Osteuropa stammen. Die vier Urmütter lebten wahrscheinlich vor rund 1.000 Jahren in Europa und waren aus einer Gruppe von Einwanderern aus dem Nahen Osten hervorgegangen.
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Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie die so genannte mitochondriale DNA der Probanden aus. Dieses Erbgut befindet sich nicht im Zellkern, sondern in den als Kraftwerke der Zelle fungierenden Mitochondrien. Da die mitochondriale DNA immer nur von der Mutter auf das Kind weitergegeben wird, verändert sie sich von Generation zu Generation nur sehr wenig. Bestimmte typische Muster bleiben daher sehr lange Zeit unverändert, woraus die genetische Abstammung eines Menschen häufig sehr präzise ermittelt werden kann.
Bei rund 3,5 der insgesamt etwa 8 Millionen Aschkenasim weist die mitochondriale DNA eines von vier typischen Mustern auf, fanden die Forscher bei ihrer Auswertung heraus. Diese vier Muster gehen auf vier Frauen zurück, die vor etwa 1.000 Jahren lebten und einen großen Teil des Volksstamms begründeten. Doch auch Juden, die sich nicht zu den Aschkenasim zählen, sind hin und wieder Träger eines dieser typischen Muster, wie die Wissenschaftler zeigten. Dies deute darauf hin, dass die Aschkenasim und die anderen jüdischen Volksstämme gemeinsame Vorfahren haben. Die Ergebnisse decken sich mit denen früherer Genuntersuchungen, die ebenfalls auf einen gemeinsamen Ursprung hinweisen.
Doron Behar (Technion and Rambam Medical Center, Haifa) et al.: American Journal of Human Genetics, Online-Vorabveröffentlichung
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald


















