Ur-Biber war ein Zeitgenosse der Dinosaurier
Forscher entdecken Fossil eines erstaunlich hoch entwickelten Säugetiers aus dem Jura
Wissenschaftler haben in China die 164 Millionen Jahre alten fossilen Überreste eines Ur-Bibers entdeckt. Dieser Vorfahr moderner Säugtiere setzte wie heutige Biber seinen schuppigen Schwanz zu Schwimmen ein, ernährte sich von Fischen, konnte aber auch an Land leben. Damit gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier Säugetiere, die erstaunlich weit entwickelt waren, schreiben die Entdecker.
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Mit einem Alter von 164 Millionen Jahren lebte das Tier in der mittleren Jurazeit, als auch die Dinosaurier die Erde bevölkerten. Bislang glaubten viele Forscher, Säugetiere hätten sich damals im Schatten der gewaltigen Dinosaurier noch nicht vielfältig entwickeln können. Erst nach deren Ausstreben hätten Säugetierspezies das Wasser als Lebensraum erschlossen.
Quiang Ji und seine Kollegen widerlegen mit ihren Untersuchungen des Fossils nun diese These. Dabei profitierten sie von dem ungewöhnlich guten Zustand ihres Untersuchungsobjekts: Nicht nur viele Knochen und das Gebiss waren erhalten geblieben, sondern auch Teile von Haut und Fell. Die Forscher beschrieben das Fossil der bis dato unbekannten Spezies Castorocauda lutrasimilis genau und verglichen es mit anderen frühen Säugetieren. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, das Castorocauda das größte bekannte Säugetier aus der Jurazeit war. Seine Körpergröße entspricht ungefähr der eines Schnabeltiers.
Außerdem stellten die Forscher Ähnlichkeiten zu modernen Tieren fest: Castorocauda hat einen breiten schuppigen Schwanz und Hinterläufe wie ein Biber, seine Vorderbeine erinnern eher an die eines Schnabeltiers. Dank dieses Körperbaus war Castorocauda ein guter Schwimmer, konnte sich aber auch an Land fortbewegen und Höhlen graben. Seine seehundartigen Zähne ermöglichten ihm, Fische zu jagen. Am Beispiel Castorocauda zeige sich, dass Säugetiere auch schon in der mittleren Jurazeit vielfältige Lebensräume besetzten, schreiben die Wissenschaftler. Ihr Körper habe sich den Umweltbedingungen entsprechend angepasst.
Quiang Ji (Universität von Nanjing) et al.: Science, Bd. 311, S. 1123
ddp/wissenschaft.de – Anna-Lena Gehrmann

















