Lochfraß im Marsgestein
Forscher finden mögliche Spuren von Bakterien in einem Meteoriten vom Mars
Amerikanische Wissenschaftler haben neue Hinweise auf mögliches Leben auf dem Mars entdeckt: Sie fanden in einem Marsmeteoriten namens Nakhla winzige Tunnelgänge, deren Größe und Form sehr stark den Spuren ähnelt, die Bakterien auf der Erde in Felsen fressen. Ein Beweis für die Existenz von Leben auf dem Mars sei ihre Entdeckung jedoch nicht, berichten die Forscher.
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Mehr als dreißig Gesteinsbrocken, die ursprünglich vom Mars stammten, haben Meteoritenjäger bislang auf der Erde gefunden. Diese steinigen Körper wurden durch Kometen- oder Asteroideneinschläge vom Mars abgesprengt und landeten nach einer Reise durch das Sonnensystem schließlich auf der Erde. Für Aufruhr sorgte die Entdeckung von vermeintlichen Überresten fossiler Bakterien auf dem so genannten Allen-Hills-Meteoriten, der in der Antarktis gefunden wurde. Bislang konnten Wissenschaftler jedoch nicht endgültig klären, ob es sich dabei um Spuren von Leben auf dem Mars handelt.
Nun haben Martin Fisk von der Oregon-State-Universität in Corvallis und sein Team erneut verdächtige Spuren in einem Gestein vom Mars gefunden. In ihrer Studie untersuchten die Forscher zunächst irdische Materie – Basalt, der aus Wüsten, Berggipfeln und der Unterwasserwelt stammte, und Gestein aus dem Erdmantel. Dabei fanden sie in allen Proben winzig kleine schmale Tunnel, die maximal einen Zehntel Millimeter lang und bis zu drei Tausendstel Millimeter breit waren. Erbauer dieser Tunnel waren wahrscheinlich bestimmte Bakterienarten. Diese nutzen die chemische Energie aus den Felsen als Nahrungsquelle, erklären die Wissenschaftler. An allen Gesteinsproben konnten die Forscher außerdem DNA-Spuren der Mikroben finden.
Anschließend analysierten die Forscher den Marsmeteoriten Nakhla, der 1911 in Ägypten gelandet war und der die gleichen Mineralienarten wie die zuvor untersuchten irdischen Gesteine enthält. Auch hier konnten die Wissenschaftler Tunnel aufspüren, die ihren irdischen Gegenstücken äußerst ähnlich sehen. Allerdings fanden sie keine Hinweise auf bakterielle DNA-Spuren.
Das vulkanische Gestein in Nahkla ist schon 1,3 Milliarden Jahre alt und lag wahrscheinlich bis vor 600 Millionen Jahren im Wasser, wussten Forscher schon länger. Das könnte möglicherweise erklären, warum Fisk und seine Kollegen keine bakterielle DNA aufspüren konnten: Als das Wasser vor vielen Millionen Jahren verschwand, starben die Bakterien. Ihre DNA-Überreste könnten heute komplett zerfallen sein, sagt Fisk. Dennoch sei es auch möglich, dass die Tunnel auf eine Weise entstanden seien, die nicht mit Leben auf dem Mars zusammenhänge.
Martin Fisk (Oregon-State-Universität, Corvallis) et al.: Astrobiology, Bd. 6, Nr. 1, S.48
ddp/wissenschaft.de – Anna-Lena Gehrmann


















