Wachstumsfaktor mit Folgen
Hormone in der Tierzucht führen zu mehr Zwillingsgeburten beim Menschen
Wenn Frauen auf Milch und Fleisch von mit Wachstumshormonen behandelten Tieren verzichten, ist bei einer Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit für Zwillingsgeburten fünfmal geringer als bei Durchschnittsessern. Das hat der amerikanische Mediziner Gary Steinman bei Untersuchungen von amerikanischen Frauen herausgefunden, die sich vegan ernähren. Veganer verzichten auf sämtliche tierischen Nahrungsmittel und nehmen damit auch keine Stoffwechselreste von Tieren auf, die mit Hormonen behandelt wurden. Eine solche Behandlung ist in den USA im Gegensatz zu den EU-Ländern erlaubt. Die Stoffwechselreste bewirken eine höhere Fruchtbarkeit und begünstigen Zwillingsgeburten.
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Der Mediziner Gary Steinman vom Long Island Jewish Medical Center in New Hyde Park in New York untersuchte die Häufigkeit von Zwillingsgeburten in Abhängigkeit von den Ernährungsgewohnheiten der Mütter. Bei Frauen mit veganer Ernährung kamen auf 1.000 Geburten vier zweieiige Zwillinge zur Welt, bei Duchschnittsessern waren es rund zwanzig. Außerdem fand er im Blut der Veganerinnen eine um rund 13 Prozent geringere Konzentration des Wachstumsfaktors IGF. Im menschlichen Köper bildet die Leber diesen Wachstumsfaktor. Bekannt ist aber auch, dass sich IGF in Nahrungsmitteln aus hormonbehandelten Tieren wie etwa Milch befindet. Bei Frauen beeinflusst IGF das Wechselspiel der Hormone bei der Reifung von Eizellen im Eierstock. Auch in den ersten Entwicklungsstadien eines Embryos scheint IGF einer Rolle zu spielen, vermuten Wissenschaftler.
Durch den Milch- und Fleischkonsum in Ländern, die wie die USA Wachstumshormone zulassen, erhöht sich die IGF-Konzentration im Blut, so dass Zwillingsgeburten wahrscheinlicher werden, berichtet Steinman. Das wäre auch eine Erklärung, warum die Rate der Zwillingsgeburten in den USA angestiegen ist. Er rät Müttern, die ein Kind planen, tierische Nahrungsmittel aus der Produktion mit Hormonen durch andere Eiweißquellen zu ersetzen, da Mehrlingsgeburten immer auch mit einem größeren gesundheitlichen Risiko für Mutter und Kinder verbunden sind.
Gary Steinman (Long Island Jewish Medical Center in New Hyde Park, New York): Journal of Reproductive Medicine (Bd. 51, S. 405).
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















