Grüne Lava-Warnung an der Vulkanflanke
An potenziellen Ausstrittsstellen des heißen Gesteins ist der Pflanzenwuchs üppiger
Pflanzen können schon vor einem Vulkanausbruch anzeigen, wo Lava durch Risse in der Bergflanke austreten wird. An diesen Stellen wachsen Büsche und Bäume deutlich üppiger als in anderen Gebieten rund um den Vulkan, haben amerikanische Forscher bei der Auswertung von Satellitenbildern entdeckt. Die Veränderungen sind schon bis zu zwei Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch sichtbar und gehen möglicherweise auf den erhöhten Kohlendioxidgehalt an den Bruchstellen zurück.
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Die Forscher um Nicolas Houlié von der Universität von Kalifornien in Berkeley stießen auf den ungewöhnlichen Pflanzenwuchs, als sie Satellitenaufnahmen von zwei Vulkanen, dem Ätna auf Sizilien und dem Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo, studierten. In beiden Fällen fanden sie einen deutlichen Anstieg des Pflanzenwachstums entlang der Zonen, aus denen bei einem späteren Ausbruch Lava herausgeschleudert wurde. Warum die Vegetation ausgerechnet in diesen Rissen besser wächst als in anderen Bereichen, können die Forscher allerdings noch nicht genau sagen. Sie vermuten jedoch, dass dort entweder die Wasserversorgung besser ist oder aus dem Boden austretendes Kohlendioxid das Wachstum fördert.
Zu wissen, welchen Weg die Lava bei einem Ausbruch nehmen wird, sei wichtig, um Evakuierungen planen zu können, kommentiert der Vulkanologe Agust Gudmundsson von der Universität Göttingen die Entdeckung. Da die Bruchstellen im Allgemeinen keine Erdstöße oder andere gut messbare Veränderungen verursachen, war es bislang sehr schwierig, ihre Position genau zu bestimmen.
New Scientist (10. Juni, S. 22)
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















