Nicht-Roster dank mikrobieller Hilfe
Bodenbakterien können Aluminium, Messing und Kupfer vor Korrosion schützen
Amerikanische Wissenschaftler wollen Metalle mithilfe von Bakterien vor Korrosion schützen. Die Mikroorganismen können Metalloxide über ihren Stoffwechsel umsetzen und bilden so einen Schutzfilm gegen weitere Korrosion, wenn sie auf eine Metalloberfläche aufgetragen werden. In ersten Tests funktionierte das Verfahren bereits mit Aluminium, Zink, Stahl, Kupfer und Messing, teilt die Universität von Südkalifornien in Los Angeles mit.
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Die Materialforscher um Ersa Kus verwendeten für ihre Studien ein Bodenbakterium namens Shewanella oneidensis MR-1. Der Mikroorganismus baut Metalloxide in seinen Stoffwechsel ein und scheidet diese in veränderter Form wieder aus. In früheren Versuchen wurde er bereits eingesetzt, um Uran aus verunreinigtem Wasser zu entfernen. Das Bakterium wachse fast überall und sei für Menschen oder Tiere völlig harmlos, erklärt Kus.
Für ihre Tests legten die Wissenschaftler je einen kleinen Quader der fünf getesteten Metalle in eine Nährlösung, die das Bakterium enthielt. Ein zweiter Block kam in eine Schale, die zwar mit Nährlösung, jedoch nicht mit MR-1 versehen war. Nach einer Woche konnten die Forscher bei allen Metallen in der Lösung mit dem Bakterium eine deutlich geringere Korrosion beobachten. Am stärksten ausgeprägt war der Effekt beim Aluminium, dicht gefolgt vom Messing und vom Kupfer. Letzteres zeigte ein ähnliches Korrosionsmuster wie Kupfer, das mit einer schützenden Kunststoffschicht versehen ist.
Die Korrosion bei Stahl und Zink war durch das Bakterium weit weniger gebremst worden, jedoch waren immer noch deutliche Unterschiede zu sehen. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun die exakten Mechanismen klären, auf denen die Schutzwirkung der Bakterien beruht. Denn es sei wohl fragwürdig, ob Bakterienkulturen in der Praxis tatsächlich einmal direkt als Schutzfilm für Metalle eingesetzt werden können, erklären die Forscher. Vielleicht lasse sich stattdessen ein Material finden, das mithilfe ähnlicher Mechanismen Schutz vor Korrosion bietet.
Mitteilung der Universität von Südkalifornien, Los Angeles
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















