Kohlenstoff auf Tauchstation
Quallenähnliche Meerestiere bringen große Mengen Kohlenstoff aus der Erdatmosphäre auf den Meeresgrund
Die milliardenfach in den Weltmeeren lebenden quallenähnlichen so genannten Salpen leisten einen wichtigen Beitrag für den Kohlendioxidhaushalt der Erdatmosphäre. Das sagen amerikanische Meeresforscher nach Feldstudien an den bis zu daumenlangen, durchsichtigen Meerestieren. Salpen ernähren sich von Pflanzen, die Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen. Der auf diese Weise gebundene Kohlenstoff gelangt jedoch nicht wie bei anderen Tieren wieder zurück in die Atmosphäre, sondern sinkt mit den Fäkalien und Überresten toter Tiere auf den Meeresgrund.
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Salpen können riesige Schwärme von 100.000 Quadratkilometern Ausdehnung bilden, fanden die Forscher bei ihren Expeditionen im Atlantik heraus. Die Tiere, die in ihrem tonnenförmigen Körper Wasser einziehen und als eine Art Düsenantrieb wieder abgeben können, halten sich tagsüber in Meerestiefen von 600 bis 800 Metern auf und steigen nachts zur Meeresoberfläche auf, um pflanzliches Plankton zu fressen. Dabei können sie bis zu drei Viertel der im Lauf eines Tages nahe der Oberfläche entstandenen pflanzlichen Biomasse abernten.
Ein solcher Riesenschwarm bindet auf diese Weise täglich 4.000 Tonnen Kohlenstoff aus der Erdatmosphäre und trägt ihn in tiefere Meeresschichten, haben die Wissenschaftler errechnet. Da sowohl die Ausscheidungen der Salpen als auch die toten Tiere selbst hinunter zum Meeresgrund sinken und in diesen Tiefen nur selten anderen Meeresbewohnern als Nahrung dienen, entziehen die Salpen der Erdatmosphäre dauerhaft Kohlendioxid. Welche Konsequenzen dies für den Kohlenstoffkreislauf genau hat, müssten nun weitere Untersuchungen zeigen.
Laurence Madin (Ozeanographischen Institut, Woods Hole) et al.: Deep Sea Research I (Bd. 53, S. 804)
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

















