Eloquent im Schlaf
Ein Nickerchen fördert die Sprachentwicklung von Babys
Ein kurzes Schläfchen zwischendurch erhöht die Fähigkeit von Babys, sprachliche Zusammenhänge zu verstehen. Das haben amerikanische Forscher in Tests mit 48 Kindern herausgefunden. Für ihre Studie brachten die Psychologen 15 Monate alten Kindern kurze Sätze einer künstlichen Sprache bei. Die Sätze bestanden aus drei Wörtern, von denen immer das erste mit dem letzten einen logischen Zusammenhang besaß. Anschließende Tests zeigten, dass Babys die logischen Zusammenhänge besser begreifen konnten, wenn sie kurz vorher dreißig Minuten geschlafen hatten.
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Die Wissenschaftler spielten den Babys immer wieder Phrasen wie "pel – wadim – jic" vor, bis sie mit ihnen vertraut waren. In diesem Fall besteht zwischen dem ersten und dem dritten Wort der Zusammenhang, dass auf "pel" am Ende immer "jic" folgt. Das Füllwort, in diesem Fall "wadim", variierte. Obwohl diese Sätze keinen Sinn ergeben, besitzen sie den grundlegenden Aufbau einer Sprache, nach dem Prinzip der Hauptwort-Verb-Verknüpfung: "Die Vögel im Baum singen."
Nach dem Lerntraining durfte ein Teil der Babys ein dreißigminütiges Nickerchen machen, die anderen Kinder nicht. Bei den folgenden Tests hörten die Babys jetzt die bereits gelernten Sätze zusammen mit neuen Sätzen, bei denen der logische Zusammenhang zwischen dem ersten und dem letzen Wort neu war. Mit einem visuellen Verfahren, das die Aufmerksamkeit der Kinder sichtbar macht, überprüften die Wissenschaftler nun die Reaktion gegenüber den bekannten und den neuen Phrasen.
Die Kinder, die ein kurzes Schläfchen hinter sich hatten, reagierten intensiver auf die neuen Sätze. Die Forscher schließen daraus, dass sie besser in der Lage waren, das logische Muster hinter den Satzkonstruktionen zu erkennen. Kurze Nickerchen erhöhen demnach die Fähigkeit, Gelerntes flexibler auf neue Informationen zu übertragen, folgern die Forscher. Einem kleinen Schläfchen komme demzufolge eine wichtige Rolle bei der Sprachentwicklung von Kindern zu.
Rebecca Gomez et al. (Universität von Arizona, Tucson): Psychological Science, Bd. 17, S. 8.
ddp/wissenschaft.de – Martin Vieweg

















