Navigationssystem mit einem Hauch von Science Fiction
Raumfahrzeuge und Satelliten sollen sich bald an den Signalen ferner Pulsare orientieren
Amerikanische Astronomen wollen Röntgenstrahlen von pulsierenden Sternen nutzen, um ein Navigationssystem für den Weltraum zu bauen. An diesen Sternen, so genannten Pulsaren, könnten sich Raumschiffe wie an Leuchttürmen orientieren. Für Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn wäre die Sternennavigation ein Ersatzsystem, falls das Navigationssystem GPS einmal ausfiele, erläutert John Goldsten von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Ähnlich wie das Satellitennavigationssystem GPS ist die Sternennavigation ein Projekt des amerikanischen Militärs und wird von der Militärforschungsagentur DARPA finanziert.
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Pulsare sind schnell rotierende Sterne in der Endphase ihrer Lebensgeschichte. Ähnlich wie ein Leuchtturm senden sie einen kontinuierlichen Strahlenkegel aus. Immer wenn dieser Strahl die Erde streift, registrieren Astronomen einen Strahlungspuls. Dabei kann der Takt der Pulse es mit der Präzision von Atomuhren aufnehmen. Aus der Taktzeit mehrerer Pulsare am Himmel und ihrer Positionen können Astronomen auf Ort und Geschwindigkeit eines Empfängers schließen. Satelliten im Erdorbit könnten damit ebenso auf wenige Meter genau gesteuert werden wie Raumfahrzeuge an weit entfernten Orten im Sonnensystem.
So ließen sich Raummissionen im Sonnensystem mithilfe der neuen Navigationstechnik deutlich genauer steuern als mit bisherigen Methoden von der Erde aus. Das Interesse der US-Militärs liegt aber noch in einem anderen Punkt: Die Navigation durch die Röntgenpulse von Sternen ist ausfallsicher und lässt sich durch äußere Angriffe kaum stören. Falls alle Laborversuche positiv verlaufen, wollen die Forscher einen Prototypen des Systems 2009 für einen Praxistest zur Internationalen Weltraumstation (ISS) bringen.
New Scientist, Online-Dienst
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer

















