Wetterumschwung bei den Dinos
Forscher finden Hinweise auf Klimawandel in der frühen Kreidezeit
Die Dinosaurier waren nicht wie bislang angenommen von gleichförmig warmem und feuchtem Klima umgeben, sondern mussten mit drastischen Klimaveränderungen leben. Das schließen amerikanische und niederländische Wissenschaftler aus der Analyse von bis zu 120 Millionen Jahre alten Gesteinsproben, die vom Grund des Pazifischen Ozeans stammen. Demnach schwankten die Temperaturen an der Oberfläche des Ozeans während der frühen Kreidezeit um bis zu sechs Grad Celsius. Die Entdeckung habe auch Konsequenzen für die Bewertung und Voraussage des aktuellen Klimawandels, so die Forscher.
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Die Proben, die Simon Brassell und sein Team untersuchten, stammen vom 1.600 Kilometer östlich von Japan gelegenen Shatsky-Rise, einer vulkanischen Formation, die 3.100 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und sich kurz vor Beginn der Kreidezeit vor 145 Millionen Jahren gebildet hat. Mithilfe eines speziellen Bohrschiffs gelang es den Wissenschaftlern, bis zu einer Tiefe von 566 Metern in die Formation einzudringen und dort Proben zu entnehmen.
Besonders interessant für die Forscher war dabei der ungewöhnlich hohe Anteil organischen Materials, den die Proben aus dem frühen Aptium vor etwa 120 Millionen Jahren aufwiesen. Die Zusammensetzung zeigte, dass sich in dieser Periode der Kohlenstoffkreislauf und die Verarbeitung des Stickstoffs durch Meeresmikroben veränderten und es gleichzeitig starke Temperaturschwankungen gab. So variierte die Wassertemperatur an der Oberfläche zwischen 30 und 36 Grad Celsius, wobei es zwei ausgeprägte Abkühlphasen mit Temperaturabfällen von ungefähr vier Grad gegeben haben muss.
Auch eine frühere Studie im Atlantischen Ozean hatte schon auf Klimaschwankungen im Aptium hingedeutet, berichten die Forscher. Die neuen Ergebnisse zeigten nun, dass es sich dabei nicht um ein regionales Phänomen gehandelt habe, sondern um ein globales. Nach Ansicht von Studienleiter Brassell ist diese Entdeckung wichtig für die aktuelle Klimadebatte: "Wenn es derartig große, systemimmanente Schwankungen gibt, wie immer mehr paläoklimatische Studien zeigen, könnte das die Vorhersage der klimatischen Zukunft der Erde noch schwieriger machen, als sie es sowieso schon ist", erklärt er.
Simon Brassell (Indiana University, Bloomington) et al.: Geology, Bd. 34, Nr. 10
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

















